Ambros Seelos war ein Garant für gute Tanzmusik

Er verzauberte jedes verstaubte Ballhaus in einen tanzenden Hexenkessel. Der Orchesterleiter Ambros Seelos war ein Energiebündel und gilt neben James Last als Legende der deutschen Unterhaltungsmusik. Sein Geheimrezept lag in den Arrangements, die seine Band grösser wirken liessen, als sie war.

Schwarzweiss-Foto mit jungem Ambros Seelos. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine der ersten Aufnahmen der urprünglichen Ambros Seelos Band. zvg

Der Bandleader, der zuletzt in Mettenheim in Bayern lebte, zählt zu den Pionieren des Swing und wird in einem Atemzug mit anderen großen Bandleadern wie Max Greger, Hugo Strasser oder James Last genannt.

«  Ein Leben ohne Musik, das konnte ich mir nie vorstellen »

Ambros Seelos

1935 kam er in Töging am Inn zur Welt und liebäugelte bereits als Teenager mit dem Jazz. Seelos studierte klassische Klarinette und gründete 1960 sein legendäres Ambros Seelos Orchester. Dieses führte er mit Charisma, Witz und bayrischem Charme um die Welt.

Namhafte Künstler verhalfen ihm zu Weltruhm

Zu den Künstlern, die er während seiner Karriere begleiten durfte, zählen Chubby Checker, Freddy Quinn, Karel Gott oder die «First Lady of Jazz» Ella Fitzgerald und sogar Louis Armstrong.

Autogrammkarte Seelos Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seelos war stolzer Träger eines König-Faruk-Barts. zvg

Durch zahllose Tourneen in ganz Europa, Asien und im nahen Osten, mehr als 30 CDs, vielen Rundfunk-Live-Sendungen und Fernsehauftritten wurde sein eigener Name schliesslich zum Markenzeichen.

Noch heute zählen seine Aufnahmen zur Grundausstattung jedes rennomierten Tanzlokals. Ambros Seelos schaffte locker den Spagat zwischen Foxtrott, Funk und Disco.

Dabei fällt jeweils sein mit elektronisch verstärktem Saxophon generierter Klang besonders auf. Seine Musik wird zwar zur Unterhaltungsmusik gezählt, dennoch ist Seelos Hang zum Jazz unüberhörbar.

Unglück auf dem «Traumschiff»

In seinen letzten Lebensjahren wurde es ruhiger um den Musiker. Ausgerechnet während eines Auftritts auf dem legendären «Traumschiff», der MS Deutschland, stürzte er schwer. Danach war er nicht mehr in der Lage aufzutreten.

Am 3. August 2015 verstarb Ambros Seelos in seiner Heimat Mühldorf am Inn in Bayern. Das Ambros Seelos Orchester bleibt weiterhin bestehen und wird seinem Gründer auch in Zukunft alle Ehre erweisen.

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