Zum Inhalt springen
Inhalt

Radio SRF Musikwelle Archivperlen: Berufliches und Privates von Werner Düggelin

«In der March findet man die Wildesten aus der Innerschweiz», sagte Theaterregisseur Werner Düggelin vor 20 Jahren in der Sendung «Focus». Aufgewachsen im Innerschweizer Bezirk March zeigt sich Düggelins Wildheit schon während der Schulzeit und später an allen Stationen seines Berufslebens.

Schwarz-Weiss Fotografie des Regisseurs, der ein Mikrofon um den Hals trägt, einen Notizbock auf den Knien liegend hat und mit einem ausgestreckten Arm Anweisungen gibt.
Legende: Theaterregisseur Werner Düggelin Im Juli 1981 leitet er die Aufzeichnung des Stücks «Johanna auf dem Scheiterhaufen» fürs Schweizer Fernsehen. Keystone

Mit elf Jahren fliegt Werner Düggelin von der Klosterschule in Engelberg. Das gleiche passiert ihm später als Schüler eines protestantisch geführten Internats in Trogen. Auch bei seinen ersten Jobs am Theater zeigt sich der Innerschweizer als eigenwilliger Querkopf. Doch das unkonventionelle Denken und Handeln öffnet manche Tür und wird zum eigentlichen Schlüssel zum Erfolg.

Der eigenwillige Beleuchter

Werner Düggelins Laufbahn beginnt am Schauspielhaus Zürich, wo er während seines Germanistik-Studiums als Beleuchter arbeitet. Er hält sich nicht immer ans Skript, beleuchtet nach seinen eigenen Vorstellungen. Es folgt eine Ermahnung von Regisseur Leopold Lindtberg, der ihn aber gleichzeitig zum Regieassistenten befördert.

Der gelangweilte Regieassistent

Werner Düggelin verliert bald einmal das Interesse an der Regie-Assistenz. Es langweilt ihn, bei den Theaterproben die Kommentare des Regisseurs zu notieren. Vermutlich erkennt Leopold Lindtberg, dass Düggelin zu etwas anderem berufen ist. Auf alle Fälle drückt er dem jungen Mann 500 Franken in die Hand und schickt ihn nach Paris. Dort gründet Düggelin 1952 im Vorstadttheater Asnières eine Theater-Compagnie. Ein Jahr später ist er bei Roger Blins Uraufführung von Samuel Beckets später legendärem Stück «Warten auf Godot» dabei.

Danach arbeitet Werner Düggelin als freier Regisseur beim Staatstheater Darmstadt, später beim Bayerischen Staatsschauspiel München. Daneben leitet er als Gast Inszenierungen in Berlin, Wien, Hamburg, Düsseldorf und Salzburg.

Der innovative Theaterdirektor

Nur ein einziges Mal lässt sich Werner Düggelin verpflichten. Von 1968 bis 1975 amtet er als Direktor des Theater Basel. Mit seinem Programm verliert er zwar alte Abonnenten, die mit seinem Programm nicht warm werden. Dafür begeistert er mit seinen Ideen junge Menschen fürs Theater. Er veranstaltet zum Beispiel Rockkonzerte oder spannt mit dem FC Basel zusammen. Ausserdem denkt er laut über «Gratistheater» und «Austausch-Theater» nach.

Nach seinem Rücktritt als Direktor des Theater Basels ist Werner Düggelin wiederum als freier Regisseur tätig, mit Inszenierungen an allen grossen deutschsprachigen Theatern.

Werner Düggelin

Werner Düggelin

Am Sonntag, 7. Dezember 2014 feiert Werner Düggelin den 85. Geburtstag. Diesen Frühling erst hat er seinen Rückzug von der Bühne bekanntgegeben. Im Sommer hat in die Stadt Zürich mit dem Kunstpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.