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Hans Suter Vom Schriftenmaler zum Schriftsteller

«Es braucht auch Hilfsarbeiter», sagte einst die Frau des Lehrers zu ihm. Doch der heute 80-jährige Hans Suter liess sich nicht beirren und folgte seinen Träumen. Er finanzierte seine Ausbildung zum Schauspieler aus der eigenen Tasche. Später begann er damit Theaterstücke und Hörspiele zu schreiben.

Dem Schweizer Radiopublikum ist Hans Suter bekannt als Autor unzähliger Hörspiele. Bei der SRF Musikwelle kommen die Hörerinnen und Hörer jeden Donnerstag in den Genuss der Sendung «Memo-Treff». In diesen Kurzhörspielen diskutieren die vier Freunde Alma, Margot, Hugo und Hannes über alltägliche und zeitlose Themen.

Hans Suter lebt heute in Wollishofen und schreibt noch immer jeden Tag. Aktuell widmet er sich seinem neuesten Krimiroman. Für SRF Musikwelle blickt er zurück auf sein spannendes und erfülltes Leben.

Idyllische Ferien auf dem Land

Geboren wird der Schauspieler und Autor am 13. April 1940 im Thurgauer Dorf Wittenwil. Ferien bei der Grossmutter oder bei seiner Gotte prägen seine Kindheit. Dank dieser Ferienaufenthalte lernt er das Landleben kennen. Er hilft mit bei der Rüben-Ernte oder hütet das Vieh.

Als Hans Suter sechs Jahre alt ist, zieht die Familie von Wittenwil nach Rüschlikon im Kanton Zürich. Hier am Zürichsee verbringt er im Sommer viele Stunden am Wasser. Schliesslich gibt es hier auch viel zu sehen. «Abends habe ich manchmal Frauen beim Nacktbaden beobachtet», meint er schmunzelnd.

Ein Alkoholiker als Vater

Hans Suters Vater arbeitet als Schreiner und ist dem Alkohol sehr zugeneigt. Von Zeit zu Zeit begibt er sich deswegen in eine Entzugsanstalt. Dass er für kleine Schreinerarbeiten vor Ort auch mit Alkohol belohnt wird, ist für den Entzug leider nicht gerade förderlich.

Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitet die Mutter bei der Schokoladenfabrik in Kilchberg. Aus der Fabrikkantine holt Hans Suter jeweils das Mittagessen für sich, die Geschwister und seinen Vater. Hin und wieder gibt es ein «Napolitaine», ein Schöggeli, das die Mutter in ihrer Schürze mitlaufen lässt.

Der rechte Arm des Lehrers

Die Schulzeit weckt bei Hans Suter unterschiedliche Erinnerungen. Zum einen war da der engagierte Lehrer Schreiber, zum anderen dessen strenge Frau. Sie übernimmt für ihren Mann das «Sehen» als dieser wegen des Grauen Stars erblindet. «Frau Schreiber war hart und streng», erzählt Hans Suter. «Sie stand hinten im Klassenzimmer und hat uns beobachtet».

Im Oberdorf wohnten die reichen Leute, unterhalb das Arbeitervolk. Die Kinder aus dem Oberdorf wurden von der Lehrersfrau immer bevorzugt.
Autor: Hans Suter

Die fehlbaren Schüler habe sie nach vorne zu ihrem Mann ans Lehrerpult gebracht, der sie dann an den Ohren oder Haaren zog. Parteiisch sei sie ausserdem gewesen, und als Sohn eines Alkoholikers habe sie ihn sowieso abgeschrieben. Einmal habe sie nur abschätzend gemeint: «Es braucht auch Hilfsarbeiter».

Wunderbare Sommerzeit!

Doch Hans Suter lässt sich nicht beirren und verbringt trotzdem eine mehr oder weniger sorglose Kindheit und Jugend. Im Sommer am See, in der Zwischensaison im «Park im Grünen», dem bekannten Duttipark. Das Kasperlitheater dort fasziniert ihn so sehr, dass er zu Hause eigene Figuren bastelt und mit seinem Freund Szenen nachspielt. Davon erzählt er auch in seinem Buch «Unten am See», das 2015 im Limmat Verlag erschienen ist.

Schaufenster-Dekorateur wäre Hans Suter gerne geworden. Doch die wenigen Lehrstellen für diesen Beruf waren schnell einmal von anderen besetzt. Also beginnt er mit einer Malerlehre. Während der Wintermonate lernt er dank einem Zusatzkurs die Schriftenmalerei kennen. Das gefällt ihm so sehr, dass er sich darauf spezialisiert und bald ein eigenes Geschäft gründet.

Vom Maler zum Schauspieler und Autor

Dann zieht es ihn zur Schauspielerei. Mit 23 Jahren besucht er berufsbegleitend eine private Schauspielschule. Der junge Schauspieler bekommt erste Rollen in verschiedenen Theaterstücken. Mit «Egon, aus dem Leben eines Bankbeamten» schreibt er eine eigene Oper, in der er auch mitspielt.

1982 gründet Hans Suter die Laientheatergruppe «Die Sehvögel» für Menschen mit Sehbehinderungen. Er übernimmt die Bearbeitung der Texte und führt Regie. Anschliessend wird er zum künstlerischen Leiter des Theaters Tuchlaube Aarau.

Ein Flair für Kurzhörspiele

Dem Schweizer Radiopublikum ist Hans Suter bekannt als Autor unzähliger Hörspiele. Während 20 Jahren wirkte er in den Sendungen «Spasspartout» und «Satiramisu» mit.

Bei der SRF Musikwelle kommen die Hörerinnen und Hörer jeden Donnerstag in den Genuss der Sendung «Memo-Treff». Für die von Katja Früh konzipierten Kurzhörspiele schrieb Hans Suter während vier Jahren wöchentlich je eine Episode.

Heute schreibt Hans Suter noch immer, meist am Morgen. Erschienen sind bisher drei Kriminalromane rund um Kommissar Freuler sowie mehrere Satiren. Momentan arbeitet er an seinem nächsten Krimi und an einem Buch über die 13 Schwestern seines Vaters.

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