Josef Stocker: Tüchtiger Knecht und leidenschaftlicher Lausbub

Als mittleres Kind einer zehnköpfigen Grossfamilie im luzernischen Gunzwil der 1940-er Jahre, durfte Josef Stocker keinen Beruf erlernen. Er war sein Leben lang Knecht auf verschiedenen Höfen. Die Schule besuchter er aber und kann noch heute herzhaft lachen, wenn er an diese Zeit zurückdenkt.

Sein Lachen ist ansteckend – und er lacht gerne und viel. Dabei musste Sepp Stocker in seinem Leben vor allem viel schuften. 1941 kam er zur Welt und schon als Kind musste er mit seinen sieben Geschwistern zünftig auf dem elterlichen Hof mit anpacken. Eine eigentliche Ausbildung lag damals nicht drin. Wie seine Geschwister lernte er das Handwerk auf dem Bauernhof, weil es keine Alternative gab. Die Schulbank musste er dennoch drücken.

Josef Stocker beim Erdbeeren rüsten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Josef Stocker war seit jeher ein genügsamer Mensch. SRF

Brandgefährliche Streiche

Lesen war nie seine Stärke. Rechnen konnte er dafür ordentlich, wenn es später auch nicht dafür reichte, eine eigene Buchhaltung zu führen, wie Josef Stocker schmunzelnd erwähnt. Die Schule war für ihn sowieso nebensächlich.

Vielmehr blieben ihm die verschiedenen Schulstreiche von damals in Erinnerung, und diese hatten es in sich. Da wurde bisweilen sogar die Pfeife des Lehrers mit Schwarzpulver gestopft. Das hätte durchaus ins Auge gehen können.

Knecht als Berufung

Mit 16 durfte Josef Stocker ein erstes Mal auf einem anderen Bauernhof aushelfen.Später war er auf verschiedenen Gehöften im Luzerner Hinterland als Aushilfsknecht angestellt.

So begann er sich von seinem Elternhaus loszulösen. Nach kurzen beruflichen Abstechern in einer Sägerei und einer Fabrik kehrte er zurück zu seiner eigentlichen Berufung als Knecht.

Erste Gehversuche

Seine erste Anstellung als Knecht dauerte zehn Jahre. Während dieser Zeit brachte er allen Kindern des Bauern das Gehen bei. Zu Kindern hatte Josef Stocker sowieso immer einen guten Draht. Finanziell musste er immer kleine Brötchen backen. Der elterliche Bauernhof erbte einer seiner Brüder. Da seine eigenen beruflichen Perspektiven klein waren, blieb Josef Stocker bis zu seiner Pensionierung Knecht.

Rundum glücklich und zufrieden

Über karge Zeiten und Geldsorgen hört man Josef Stocker allerdings nie klagen. Er nahm das Leben so wies kam und machte das Beste daraus. Wenn man ihn trifft, fällt vielmehr sein strahlendes Lachen und seine positive Lebenseinstellung auf, mit der er seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner im landwirtschaftlichen Altersheim Hermolingen anzustecken weiss.

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