Zum Inhalt springen
Inhalt

Radio SRF Musikwelle Mit Alzheimer im Land des Lächelns

Thailand dient immer mehr Schweizer Demenzkranken als willkommener Zufluchtsort. Der Aufenthalt in einem Pflegeheim im «Land des Lächelns» ist erschwinglich, die Pflege freundlich und kompetent. Ein Nachteil ist die Entfernung. Aber es kann funktionieren.

In der Schweiz leben mehr als hunderttausend Menschen mit Demenz. Diese Zahl soll sich laut Experten bis 2050 sogar verdreifachen. Pflegeheime, Spitex etc. stossen bald an ihre Grenzen. Schon jetzt ziehen es viele Betroffene vor, sich in Thailand umsorgen zu lassen.

Legende: Video DOK - Fortsetzung folgt vom 15.04.2011 abspielen. Laufzeit 42:08 Minuten.
Aus Fortsetzung folgt vom 15.04.2011.

Sowohl für die Demenzkranken selber als auch für ihre Angehörigen, ist es dennoch ein schwerer Schritt. Martin Woodtli entschloss sich 2002 dazu, seine an Alzheimer erkrankte Mutter nach Thailand zu bringen.

Aufgrund seiner positiven Erfahrungen gründete er ein eigenes Alzheimer-Zentrum in Chiang Mai. Anders als man es von hiesigen Pflegezentren kennt, leben die Demenzkranken nicht in einem einzigen Komplex sondern mitten im Dorf.

In insgesamt acht Häusern sind jeweils 2 Patientinnen oder Patienten untergebracht, wo sie rund um die Uhr von ihren Betreuerinnen umsorgt werden. Dabei sind sie voll im Dorfleben integriert und geniessen die sozialen Kontakte mit der Bevölkerung.

Martin Woodtli sieht die Pflegebedürftigen denn auch mehr als Gäste. In der Schweiz wäre dieser Rundum-Service nur schwerlich zu bezahlen. In Chiang Mai fallen dafür pro Monat lediglich 3500 Franken an.

Auch wenn die Betreuer der deutschen Sprache nicht mächtig sind, klappt alles reibungslos. Man redet halt so wie einem der Schnabel gewachsen ist und versteht sich dennoch.

Ich durfte sehr schnell feststellen, dass meine Mutter ihre Heimat «geografisch» nicht vermisste.
Autor: Martin Woodtli

Auch die kulturellen Unterschiede sind laut Woodtli kein Hindernis. Einziger Makel ist die Distanz zu den Angehörigen. Ausserdem sollte man sich im subtropischen Klima Thailands wohl fühlen.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Pauli, Bang Sarah / Thailand
    Ich lebe als AHV-Rentner in Thailand und wurde von der schweizerischen Krankenkasse rausgeschmissen. Eine ausländische Krankenkasse abzuschliessen lohnt sich nicht da die Vorerkrankungen ausgeschlossen werden. Mich nimmt es sehr wunder, wie diese Alzheimer-Patienten krankenversichert sind. Bei längerem Auslandaufenthalt von mehr als 6 Monaten und Abmeldung in der Schweiz ist kann man nicht mehr bei einer schweiz. Krankenversicherung versichert sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fritz Frei, Buriram
    Auch meine Mutter hat die letzten Monate ihres Lebens, als sie mit terminalem Knochenmarkskrebs (ein eindeutiges Todesurteil) diagnostiziert wurde, bei uns in Nordostthailand verbracht. Ihr Betreuung, allerdings nicht durch eine ausgebildete Pflegerin, kostete rund CHF 300 pro Monat ohne Medikamente und Hilfsmittel. Mit einer europäischen Wohnung, entsprechendem Essen, reglmässigen Ausflügen und Betreuung rund um die Uhr, sind CHF 3500 aber durchaus vernünftig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Ich wohne zZ in Suedafrika, die Rundumbetreuung meiner dementen Frau kostet mich nebst geringen Arztkosten (Medikamente und Windeln gratis) 3000 Rand pro Monat + Unterkunft und Essen bei uns.. fuer eine ausgebildete Pflegerin. Das sind so an die 300 sfr (FRANKEN!!!) Detail,: habe meine Pflegerin kuerzlich "erwischt", sie hatte meine Frau in den Armen, sang ein Gospel und...weinte.. Was kann man mehr haben, totale Betreueng und den geliebten Menschen, der mit mir 50 Jahre geteilt hat, Zuhause.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen