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Nana Mouskouri «Ich gehe ganz normal im Supermarkt einkaufen!»

Ein Weltstar wie Nana Mouskouri lebt bestimmt im Luxus – könnte man meinen. Immerhin besitzt die Sängerin drei Häuser in Paris, Griechenland und Genf. Von Butler oder Köchin aber keine Spur. Eingekauft und gekocht wird grösstenteils selber und auch sonst setzt Nana auf Einfachheit.

Nana Mouskouri mit dunkler Sonnenbrille.
Legende: Nana Mouskouri lebt ganz unspektakulär. SRF

Wird sie im Migros, Coop etc. einmal erkannt, folgt meist nur ein schüchternes Lächeln. Das schätzt sie sehr. Gerade deshalb fühlt sich Nana in der Schweiz so wohl.Unspektakulär und simpel – so soll es sein. Auch in der Küche setzt Nana auf bescheidene Kost. Keine üppigen Dinner also, vielmehr Salate und Früchte.

Hässliches Entlein

Auf Äusserlichkeiten legt sie zwar offiziell keinen grossen Wert, dennoch litt sie gerade als junge Sängerin unter ihrem Look. Sie war nicht nur übergewichtig, sondern trug auch eine furchtbare Brille und war dunkelhaarig. Erfolgreiche Sängerinnen hatten hingegen blond und zierlich zu sein – so zumindest dachten es mehrere ihrer Wegbegleiter. Auch Harry Belafonte wollte sie einst davon abbringen ihre Hornbrille zu tragen. Offensichtlich blieb er damit erfolglos. Die Brille wurde zu Nanas Markenzeichen und ihre Lieder eroberten die Hitparaden der Welt. Sogar Elvis Presley war ein bekennender Fan der Griechin.

Auch wenn sie über 300 Millionen Alben verkaufte zeigt sich Nana als Sängerin sehr selbskritisch. Sie habe klassischen Gesang studiert und sich auch im Jazz Beachtung verschafft. Letztlich kam sie aber immer wieder zum Schlager zurück. Operndiva Maria Callas soll ihr diesbezüglich Mut gemacht haben.

Besser eine erfolgreiche Schlagerinterpretin als eine schlechte Opernsängerin!
Autor: Maria CallasOperndiva

Zu Nanas grossen Vorbilder zählen Stars wie Judy Garland und Marlene Dietrich. Gerade letztere beindruckte sie damit, dass sie sich auf dem Zenit ihres Erfolgs von der Öffentlichkeit zurückzog. Genau so will es auch Nana halten.

Allerdings verabschiedete sie sich schon 2008 von der Bühne. Es folgte eine Zeit der Selbstzweifel und der Suche nach dem Sinn des Lebens. Eine kleine Konzerttour im Rahmen ihres runden 80. Geburtstags führte zum Umdenken. Nana konnte und wollte nicht länger untätig sein. Schlieslich ist Musik ihr Leben, ihre Gesinnung und ihr Jungbrunnen zugleich.

Fit für eine Welttour

Apropos Jungbrunnen: Ihre neue CD und die entsprechende Tournee nennt sich ganz selbstbewusst «Forever Young». Es soll keine Anspielung auf den Jugendwahn sein. «Natürlich hat sich meine Singstimme verändert» gibt Nana Mouskouri zu. Mit 83 ist man keine knackige 20 mehr. Aber für eine Tour fühlt sie sich noch immer fit genug.

Diese wird sie in den kommenden Monaten durch Europa, die USA und Kanada führen. Auch in der Schweiz sind zwei Konzerte geplant – sicherlich auch, weil sie sich hierzulande nach über 50 Jahren ein wenig heimisch fühlt.