Zoff in Peter Alexanders Kneipe

Die Krämersfrau fegt noch schnell den letzten Staub vom Trottoir. Die Lichter der kleinen Stadt gehen langsam aus. Nur noch in Peter Alexanders kleinen Kneipe brennt ein Licht. Wenn es nach dem Schlagerstar gegangen wäre, wäre es schon im Keim erstickt.

Es ist schon auffällig, welch ambivalentes Verhältnis Schlagerstars bisweilen zu ihren grossen Hits haben oder hatten. Als Paradebeispiel gilt Roy Black, der lieber Rock n‘ Roll als «Ganz in weiss» singen wollte. Auch Peter Alexander sträubte sich anfangs dagegen seinen Millionenhit «Die kleine Kneipe» zu interpretieren. Schuld daran war nicht etwa die Melodie oder der Text selber, sondern vielmehr die Sprache.

Da fehlte der Wiener Schmäh

Wie unser «Schlagermosaik»-Redaktor Roger De Win feststellte, nahm Peter Alexander das Lied ursprünglich in typisch Wienerischem Dialekt als «Das kloane Baisl» auf. Da gab es dann Würstl mit Saft anstatt Würstl mit Kraut. Das Trottoir fegte die Greisslerin und auf den Schanktisch kam ein Pils. Letztlich liess er sich dann doch noch von seinem Produzenten Ralph Siegel überzeugen. Die Wiener Version wurde in Österreich tatsächlich ein Hit, während die eingedeutschte Version im übrigen deutschsprachigen Raum zum Evergreen avancierte.

Von Frankreich bis Neuseeland

Das Lied lebt eben von der Nähe zu den Menschen. Die Taktik ging jedenfalls auf und wurde auch erfolgreich in anderen Ländern in der jeweiligen Landessprache angewandt.

So landete die kleine Kneipe bei Mireille Mathieu als petit Café in der Rue d'Amérique, Engelbert schwärmte vom «Little Café by the Harbour» und sogar Piera Martell brachte mit «Im chline Beizli» eine Schweizerdeutsche Variante heraus. Die Urversion entstand übrigens in Holland, wo der Schlumpf-Papa Vader Abraham mit «Het kleine cafe aan de haven» einen grossen Erfolg feierte.