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Seniorin an Küchentisch mit Papier Buchseiten vor sich liegend.
Legende: Elisabeth Pfluger bedauert, dass heute weniger Bücher gelesen werden. SRF
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100. Geburtstag Die Solothurner Sagenwelt von Elisabeth Pfluger

Sie veröffentlichte vier Bücher mit Sagen aus dem Kanton Solothurn. Zudem brachte sie etliche weiterer Bände mit Geschichten, Anekdoten, Sprüchen und Rezepten heraus. Die Solothurner Volkskundlerin Elisabeth Pfluger wäre am 21. Oktober 100 Jahre alt geworden.

Es war 1919 als sie im solothurnischen Härkingen als Tochter eines Restaurantbesitzers und seiner Frau zur Welt kam. Am Stammtisch wurden jeweils abenteuerliche Geschichten erzählt, welche die kleine Elisabeth faszinierten. Lieber lauschte sie diesen Erzählungen, anstatt die Hausaufgaben zu erledigen. Fein säuberlich notierte sie sich danach das Gehörte in ihrem Tagebuch.

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Manchmal muss man etwas aus den Menschen herauskitzeln
00:31 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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Auf der Suche nach Geschichten

Als Pfluger später Lehrerin wurde, nutzte sie ihr Netzwerk und fragte bei Kolleginnen und Kollegen in benachbarten Dörfern nach geeigneten Erzählerinnen und Erzählern. Die jeweiligen Dorfpfarrer waren ebenfalls eine gute Anlaufstelle.

Wurde sie fündig, hiess das jedoch nicht gleich, dass die jeweilige Person redegewandt oder gesprächig war. Oft musste sie mit Fingerspitzengefühl und Charme versuchen, etwas aus ihnen herauszukitzeln.

Elisabeth Pfluger war national bekannt, trat mit Sagen und Geschichten im Radio und Fernsehen auf und bewahrte einmaliges Kulturgut. Anfang Mai 2018 ist Elisabeth Pfluger im Alter von 98 Jahren verstorben.

Von Elisabeth Pfluger erzählte Sagen

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    «Gäutier»
    04:45 min, aus Schweizer Sagen vom 17.12.2019.
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    «Gäutier»

    Die Geschichte vom Gäutier hat Cäsar Spiegel aus Kestenholz der Solothurner Sagensammlerin Elisabeth Pfluger erzählt. Sie handelt von einer fröhlichen Schlittelfahrt mit einem unbekannten Gast.

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    «S' Mieschfraueli»
    04:12 min, aus Audio MW vom 11.12.2019.
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    «S' Mieschfraueli»

    Wehe, wer sich ins Revier des Mieschfraueli begibt. Da bleiben gefällte Tannen bolzgerade stehen und Schneeflocken so gross wie Pfannkuchen vertreiben Eindringlinge.

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    «Händsiross-Chappeli»
    02:28 min, aus Schweizer Sagen vom 02.12.2019.
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    «Händsiross-Chappeli»

    Ein Vater geht mit seinem Sohn im Winter nach Kestenholz. In der Weite sehen sie etwas merkwürdiges. Beim Chappeli steht ein Mann, der nicht nach Hause gehen kann. Der Heimbadist dirigiert ihn immer wieder zurück zum Chappeli.

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    Solothurner Sage: «Ein gesegneter Palmzweig»
    04:29 min, aus Schweizer Sagen vom 23.03.2018.
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    «Ein gesegneter Palmzweig»

    Einen armen Bauern plagen grosse Sorgen. Seine Frau ist krank, seine Kinder hungrig. Betrübt nimmt er an einem ebenso trüben Karfreitag nach dem Gottesdienst den Weg auf den Berg unter seine Füsse. Wer weiss, vielleicht erbarmen sich die Herdmännlein seiner und schenken ihm etwas Borngold, um Brot, Milch, Fleisch und Eier kaufen zu können.

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    E tümpfti Palme
    03:13 min, aus Schweizer Sagen vom 21.03.2018.
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    «E tümpfti Palme»

    Der Palmsonntag gilt als Vorbote der Osterzeit. Laut Bauernregel im Kanton Solothurn soll er ausserdem einen Einfluss auf Acker und Feld haben. Ein junger Bauer wollte dieser Regel keinen Glauben schenken und wurde des Besseren belehrt.

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    Solothurner Sage: «Härdmänndli im Heideflüeli»
    02:42 min, aus Schweizer Sagen vom 14.03.2018.
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    «Härdmänndli im Heideflüeli»

    Um heilige Tage wie Karfreitag ranken sich viele Sagen. So auch die vom «Hardmänddli im Heideflüeli». Sie handelt von einer schönen Frau in weissen Kleidern, die jeweils am Karfreitag einen Schatz hüten muss. Wer die Frau mit den traurigen Augen befreien könne, dem winke ein Goldschatz. Auf dieses Glück hoffte einst auch ein junger Schmiedgeselle – vergeblich.

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    Solothurner Sage: «Burg Hagberg»
    02:29 min, aus Schweizer Sagen vom 06.03.2018.
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    «Burg Hagberg»

    Die Burg Hagberg steht schon lange nicht mehr. Doch bis heute glauben alte Trimbacher und Oltener, dass in den Felsruinen ein Schatz vergraben sei. Wer gute Augen hat und das Zauberwort kennt könnte diesen Schatz gewinnen.

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    Solothurner Sage: «E Froburger Lorelei»
    02:52 min, aus Schweizer Sagen vom 26.02.2018.
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    «E Froburger Lorelei»

    Ähnlich der Lorelei hoch über dem Rhein, sitzt auf der Ruine Froburg eine junge Frau im nachtblauen Gewand. In ihrer kreideweissen Hand hält sie einen Kamm und versucht ihre dunklen Haare zu richten. Und manchmal – wenn man seine Ohren spitzt – hört man die junge Frau leise weinen. So mancher junge Bursche ist beim Versuch das traurige Burgfräulein zu retten gescheitert.

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    «Der Beerenstreit»
    01:35 min, aus Audio MW vom 26.09.2017.
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    «Der Beerenstreit»

    Waldrodungen können mitunter auch positive Nebeneffekte haben. Im solothurnischen Sideschlag wuchsen in der neu entstandenen Waldlichtung jedenfalls plötzlich herrliche Beeren. Dies entfachte aber unter den Herbetswilern und den Welschenrohrern einen regelrechten Beerenstreit.

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    «Der Sideschlag»
    02:08 min, aus Audio MW vom 19.09.2017.
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    «Der Sideschlag»

    Den Herbestwilern tat es leid, ihre Jungen in die Fremde zu schicken, damit diese etwas zu essen hatten. Deshalb kam die Idee auf, eine Seidenindustrie aufzubauen. Webstühle mussten angeschafft werden. Nach bewährten Muster des Amerikaner- und Suppenschlags, kam darum der Sideschlag zum Zug.

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    «Der Amerikanerschlag»
    03:04 min, aus Audio MW vom 12.09.2017.
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    «Der Amerikanerschlag»

    Als die Zeiten hart waren, und es kaum Arbeit für die Jungen gab, blieb vielen nichts anderes übrig, als ins gelobte Land Amerika auszuwandern. Auch viele Herbetswiler mussten die Heimat verlassen. Die Gemeinde kam sogar mit einer Idee auf, wie sie die Auswanderer dabei finanziell unterstützen konnte.

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    «De Suppeschlag»
    02:27 min, aus Schweizer Sagen vom 30.08.2017.
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    «De Suppeschlag»

    Im Jahr 1848 wurden die Nahrungsmittel in der Gemeinde Herbetswil knapp. Die Solothurner Regierung hatte vorgesorgt und liess Lebensmittel herbringen. Damit kochten die Frauen in den Dörfern täglich dicke Suppen für die Bewohner. Der Essensvorschuss musste aber wieder zurück bezahlt werden. Zum Glück war die Gemeinde Herbetswil im Besitz ihres Bürgerwalds.

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    «S Neue Johr awünsche»
    03:46 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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    «S Neue Johr awünsche»

    Früher konnten sich die Kinder am Neujahrstag einen Batzen Geld hinzu verdienen, indem sie den Menschen Glück wünschten. Der kleine Emil hatte dereinst besonders grosses Glück. Er bekam nebst ein paar Rappen auch noch ein knuspriges Brötchen mit auf den Weg. Leider kam ihm ein Gottesdienst in die Quere.

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    Eine Aaregfrörni
    04:01 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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    «Eine Aaregfrörni»

    Gefriert die Aare, so ist das jeweils ein äusserst seltenes und eindrückliches Ereignis. Deshalb werden noch hunderte Jahre später Geschichten darüber erzählt. So erinnert man sich noch heute an jene mutige Wirtin, die sich bei einer Aaregfrörni zuerst aufs Eis wagte.

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    «De Choli isch gschyder»
    02:42 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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    «De Choli isch gschyder»

    Wir Menschen preisen uns zwar damit höhere Lebewesen zu sein. Tiere handeln im Gegenzug nur nach dem Instinkt – oft aber auch instinktiv richtig. Diese Erkenntnis macht Fritz, als er mit seinem Pferd, welches er in seinem Solothurner Dialekt Choli nennt, im Nebel stecken bleibt.

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    «S' Haexewaeldli»
    01:57 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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    «S' Häxewägli»

    Mit einer Hexe hatte das «Häxwägli» zwar nicht s zu tun. Es war aber ein verflixter Weg, auf dem schon so mancher Bauer ausrutschte. Gottfried machte diese Erfahrung, als er eines Nachts nach Hause wollte. Seine Frau hatte die rettende Idee, wie sie ihrem Gatten aus der Patsche helfen kann.

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    «E Holzer u si Seel»
    03:14 min, aus Audio MW vom 03.01.2017.
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    « E Holzer u si Seel»

    Ein armer Familienvater verunglückt beim Holz hacken. Er bleibt kopfüber in einer Astgabel hängen. Um Hilfe zu holen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Seele los zu schicken. Dieser gelingt es in Gestalt einer blauen Flamme tatsächlich Rettung zu organisieren.

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