Zum Inhalt springen
Inhalt

Werdenberger Sagen Caroline Capiaghi – die märchenhafte Sagenerzählerin

«Ich liebe Geschichten, die über Jahrhunderte von Mund zu Ohr wanderten», erklärt Caroline Capiaghi ihre Leidenschaft für Märchen und Sagen. Aufgewachsen in der Lenzerheide, war sie schon als verträumtes Kind begeistert von erfundenen oder erlebten Geschichten von früher.

Legende: Video Audioporträt von Sagenerzählerin Caroline Capiaghi abspielen. Laufzeit 03:22 Minuten.
Aus Radio SRF Musikwelle vom 02.05.2018.

«Meine Mutter war eine tolle Erzählerin», sagt Caroline Capiaghi. «Auf Wanderungen hat sie uns immer die eine oder andere Geschichte erzählt.» Mit grosser Aufmerksamkeit habe sie auch ihrem Vorarlberger Vater zugehört, wer er von früher erzählte. «Seine Geschichten waren so farbig wie eine Gute-Nacht-Geschichte und regten meine Phantasie an.»

Auf einem Maiensäss das Fürchten gelernt

Die Sagen- und Märchenwelt liess Caroline Capiaghi auch als Erwachsene nicht mehr los. Wegweisend für ihre grosse Begeisterung waren nicht zuletzt ihre Flitterwochen, die sie mit 25 im Wallis verbrachte. «Eine Freundin hat mir ein Buch mit Walliser Sagen geschenkt. Ich habe sie verschlungen – und mich anschliessend in der Abgeschiedenheit auf dem Maiensäss ziemlich gefürchtet», meint Capiaghi lachend.

Von da an tauchte Caroline Capiaghi immer tiefer in die Sagenwelt ein. Der psychologische Aspekt solcher überlieferten Geschichten interessierte sie ebenso wie der volkskundliche. Und wenn sie zu erzählen beginnt, zieht sie den Zuhörenden von der ersten Sekunde an in ihren Bann.

Caroline Capiaghi erzählt Werdenberger Sagen

  • Gottlose Gräfin

    Wie in Sodom und Gmorrha ging es zu alten Zeiten auf Schloss Werdenberg zu und her. Das lasterhafte Leben der Gräfin übertrug sich auf die ganze Bevölkerung. Bis eines Tages sintflutartiger Regen Stadt, Schloss und Leute wegschwemmte. Davon zeugt der kleine Werdenberger See, in dem die Gräfin bis heute ihr Unwesen treibt.

  • Nicht mehr ums Lachen

    Mit einer Hexe ist nicht zu spassen. Schon gar nicht, wenn sie sowieso hingerichtet werden soll. Am eigenen Leib erfährt dies ein Müller in Obertrübbach im St. Galler Rheintal.

  • Fräulein von Hohensax

    Fluch- und Segenswünsche wirken aus eigener Kraft. Einmal ausgesprochen, gibt es kein Zurück. Diese Erfahrung machte auch ein Fräulein aus dem adligen Geschlecht Hohensax.

  • D Inggernool Urschle

    Die Inggernool Urschle ist keine zimperliche Dame. Kräftig und trittsicher erklimmt sie in den Alpen das steilste Gelände. Doch auch die stärkste Frau segnet einmal das Zeitliche. Das heisst aber nicht, dass sie deswegen gänzlich verschwindet.

  • Das Bergmannli aus dem Wildenmanenlöchli

    «Wilde Manndli» halfen den Menschen früher bei der Arbeit. Das dies heute nicht mehr so ist, verdanken wir unserer unersättlichen Neugier. Zumindest so erklärt es die Werdenberger Sage aus dem St. Galler Rheintal.