Unspunnen 2017 Im Trachtenatelier von Malou Balmer

Eine Tracht kauft man sich nicht einfach im Kleidergeschäft. Man lässt sie von einer Trachtenschneiderin anfertigen. Malou Balmer besitzt ein Atelier in Interlaken und ist dort seit 30 Jahren mit Leidenschaft tätig.

Nur etwa drei Nähte werden bei einer Tracht mit der Maschine genäht. Der Rest ist alles Handarbeit. Die Herstellung von Rock, Schoss, Bluse und Schultertuch ist sehr aufwändig. Gut 50 Stunden Arbeit stecken dahinter.

Kein Spielraum bei der Herstellung einer Tracht

0:17 min, aus Musikwelle Magazin vom 04.05.2016

Ensprechend kostspielig ist die Anschaffung. Bei einer einfachen Landfrauentracht muss man mit 1000 Franken, bei einer Sonntagstracht mit 3500 bis 4000 Franken rechnen.

Sticken als Leidenschaft

Malou Balmers Leidenschaft gehört der Stickerei. Mit der Sticklupe setzt sie sich abends nicht etwa vor den Fernseher, sondern vor ihre Stoffe. Sie sei ein «Tüpflischiisser», sagt die Schneiderin von sich selber. Aber das muss sie auch sein, denn es gibt genaue Vorgaben, wie eine Tracht aussehen muss. Für jede Tracht gibt es eine Art Bibel in der steht, wie sie aussehen muss.

Höhepunkt und Abschluss

Das Unspunnenfest ist für Malou Balmer Höhepunkt und Abschluss zugleich. Nach 30 Jahren gibt sie ihr Atelier in Interlaken auf. Es stimmt sie schon etwas traurig, aber es ist für sie auch eine Genugtuung, all die Frauen in ihren schönen Trachten am Fest sehen zu können.

Bis dahin hat sie aber noch viel Arbeit vor sich. Neue Trachten müssen hergestellt, bestehende geändert werden. Sie wurde etwas überrumpelt mit den vielen Anfragen, aber natürlich freut sie sich auch darüber.

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