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Volksmusik Mosi Pauli und sein musikalisches Vermächtnis

Zwei Jahre ist es her, seit Paul Lüönd alias Mosi Pauli gestorben ist. Gerne hätte er vor seinem Tod noch ein paar seiner unveröffentlichten Werke eingespielt. Doch dazu fehlte ihm die Kraft. Unter dem Titel «Musig vom Mosi-Pauli» ist sein musikalisches Vermächtnis nun als Doppel-CD erhältlich.

Ein Mann mit dickem Schnurrbart raucht Pfeife.
Legende: Mosi Pauli in einer Aufnahme aus dem Jahr 2006. zvg

«Mosi Pauli war ein echtes Innerschweizer Original», meint Volksmusikredaktor Beat Tschümperlin. «Ein wuchtiger Kerl mit dickem Schnurrbart.» Auf den ersten Blick sei er etwas unzugänglich gewesen. «Eine raue Schale mit weichem Kern.» Ursprünglich sei er Schwinger gewesen. «1974 gewann er den traditionellen Rigi-Schwinget im gleichen Rang wie Schwingerkönig David Roschi.»

Innerschweizer Örgelimusik in Perfektion

Paul Löünd, so sein richtiger Name, wächst auf dem Mosi-Hof in Ingenbohl auf. Als sein Bruder Alois gegen Ende der Schulzeit einige Tänzli auf dem Schwyzerörgeli lernt, wird auch Pauli vom Örgelivirus gepackt. Die beiden bilden ein Duo und treten ab und zu mit verschiedenen Musikkollegen auf.

«Mosi Pauli war ein Vertreter alter Innerschweizer Örgelimusik», erklärt Beat Tschümperlin. Zusammen mit seinem Bruder Wisel habe er diese Musik absolut perfekt gespielt. Dabei hätten sich die zwei Brüder an ihren Vorbildern Josef Stump und Balz Schmidig orientiert. Immer wieder hätten sie sich Schallplatten der beiden Koryphäen angehört und Ton um Ton dieser komplizierten Tänze gelernt.

Mit Bruder Daniel an der Bassgeige gründen sie 1976 das Schwyzerörgelitrio Mosibuebä. In dieser Zeit tritt Mosi Pauli auch mit Rees Gwerder auf. Nach und nach entwickelt er seinen eigenen Stil und komponiert über 60 melodiöse Stücke.

Legende: Video Mosibuebä mit «Kilchbergsieger Eugen Hasler» abspielen. Laufzeit 03:19 Minuten.
Aus Potzmusig vom 31.08.2013.

Wenn der Abschied zu früh kommt

Mitte März 2014 geben die Mosibuebä auf ihrer Internetseite bekannt, dass Pauli Lüönd aus gesundheitlichen Gründen seine musikalische Karriere beenden muss. Kurze Zeit später stirbt Mosi Pauli an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Bis kurz vor seinem Tod hatte er die Hoffnung und Zuversicht, seine bisher unveröffentlichten Werke noch auf CD einspielen zu können. Um Schwyzerörgeli zu spielen, fehlte ihm aber leider die Kraft.

So versprachen Reto Grab, Thomas Scherrer und Daniel Gwerder – seine Mosibuebä-Weggefährten – dieses Projekt für ihn zu vollenden.

Inzwischen haben sie das Versprechen eingelöst. Am Freitag und Samstag kommen die bisher unveröffentlichten Kompositionen zur Uraufführung in Ingenbohl und Uznach. Gleichzeitig wird das Doppel-Album mit diesen unbekannten Stücken unter dem Titel «Musik vom Mosi-Pauli» veröffentlicht.