Der Bündner Stil in der Schweizer Volksmusik

Zwei bis drei Klarinetten, zwei Schwyzerörgeli oder ein Akkordeon sowie ein Kontrabass: Soe sieht die typische Bündner Besetzung aus. Das Zusammenspiel dieser Instrumente erzeugt den typischen Bündner Klang, wie man ihn zum Beispiel von der Kapelle Oberalp kennt.

«Bünder Musik ist eher gemütliche Musik», sagt Arno Jehli von der Kapelle Oberalp. Dadurch unterscheide sie sich von der Innerschweizer Musik, die sehr virtuos gespielt werde.

Der Bündner Stil ist unverkennbar

Musikwissenschaftlich liesse sich der Bündner Stil so erklären: Das Schwyzerörgeli spielt rhythmisch-prägnante Staccato-Akkorde, die Klarinette spielt portato und legato und die zweite Klarinette kontrapunktisch.

Für SRF-Volksmusikredaktor Beat Tschümperlin gibt es aber einen einfacheren Weg, den Bündner Stil zu ergründen: «Einfach Bündner Musik geniessen. Beim Zuhören wird einem klar, was für diesen Stil typisch ist».

Bern als Wiege des Bündner Stils

Vorläufer der heutigen Generation von Bündner Ländlermusikanten sind der Schwyzerörgeler Josias Jenny und der Klarinettist Luzi Bergamin. Den Bündner Stil haben sie paradoxerweise von Bern aus entwickelt, zusammen mit dem Berner Ländlerquintett. Ausschlaggebend für die Entwicklung war das Repertoire, das Berner Ländlerquintett spielte Stücke alter Bündner Musiker, wobei Paul Kollegger, Lenz Majoleth und Luzi Brüesch als Urväter gelten.

«Die Bezeichnung Ländlermusik gelangte übrigens erst in den 1930er-Jahren aus dem Unterland in den Kanton Graubünden», erklärt Beat Tschümperlin. Vor dieser Zeit sei diese Art Musik als Seppli- oder Fränzli-Musik bezeichnet worde, entsprechend dem Namen des Musikanten, der sie Vortrug.