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100 Sekunden mit... Bier, Kippen und Mir-doch-egal-Attitüde

Dass an einem Festival die Bands häufig mit einem Spassgetränk zum Interview kommen, ist total normal. Das wird dann zur Seite gestellt, und die Fragen werden beantwortet. Nicht bei Fat White Family. Da ist alles biz anders. Aber nicht minder gut.

Fat White Family, Link öffnet in einem neuen Fenster, das sind sechs Jungs aus London. Engländer, wie sie nicht typischer sein könnten. Zum Interview kam Lias, der Frontsänger – er erinnert mich an Sherlock Holmes. Einfach in der abgefuckten Variante. Nach der dritten Frage stürchelt aus dem Nichts noch Saul hinzu – kennst du Spike, Link öffnet in einem neuen Fenster aus dem Film «Notthing Hill»? Haha. Wenn nicht, google it.

Wer kommt denn nun zum Interview?

Zuerst hiess es, die Band sei noch nicht da. Das Interview wird nach hinten verschoben. Dann Update: Die Band ist da, aber die Jungs schlafen noch im Bus. Dann: Nur einer von sechs kommt zum Interview. Dann: Oh, der hat jetzt doch keine Lust, ein anderer kommt. Dann: Interview ist in zwei Minuten, los los. Holy du!

In den Backstage hetzen. Zwei Minuten my ass. Eine halbe Stunde warten. Dann wackelt der Frontsänger der Band auf uns zu – Bier in der einen Hand, Kippe in der anderen (was ich nicht per se falsch finde). Dass er jetzt noch ein Mikrofon halten soll, findet er so semi geil. Mitten im Interview kommt eben noch Spike, äh Saul hinzu. Spontan wohl doch noch Bock gehabt. Oder einfach Langeweile.

Cool sein, das haben sie verdammt drauf

Arschcool dagestanden, während dem Interview easy weitergepafft, paar Schlucke Bier reingepfiffen und wieder abgeschlurft. Das Konzert dann, wua. Vor dem ersten Takt eine Flasche Alkohol über die erste Reihe im Publikum geschüttet, Frontsänger oben ohne und dann alles gegeben. Rockstars halt.

Londoner Rockstars. Und Spike.