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100 Sekunden mit... Red Hot Chili Peppers scheissen auf die Meinung anderer

Ein riesiges Theater im Backstage vom Greenfield Festival. Wir warten auf Flea, den Bassisten von den Red Hot Chili Peppers. Unzählige Leute wuseln um uns rum. Man könnte meinen, wir planen Flea wegzuklauen. Dann kommt er, im wildesten zweiteiligen Trainer, den ich je gesehen habe.

Er kommt auf mich zu. Shit, jetzt werde ich doch nervös. Aber er lächelt mich an, gibt mir die Hand und fragt, wie es mir gehe. Ich kann schier nicht antworten, weil mich sein Trainer hypnotisiert (der Stoff hat überall so verrückte grüne Comic-Hände aufgedruckt). Aber ich bin erleichtert, weil er lächelt. Er scheint gut drauf zu sein. Falsch gemeint.

Das Interview beginnt, und er lässt den Kopf Richtung Boden sinken

«Ready?», frage ich. Er schüttelt den Kopf. Und lässt ihn unten. Sicherlich etwa 20 Sekunden. Was ist das jetzt? «Mann Flea, das geht alles von unserer sonst schon sehr begrenzten Interview-Zeit weg!» Er hebt den Kopf. Guckt mich direkt an. Ich ihn auch. Er lächelt. Phu. Los gehts.

Wir reden über Kurt Cobain. Flea hat die Trompete im Song «Smells Like Teen Spirit» gespielt und kannte ihn auch privat gut. Kurt Cobain habe sich im Songwriting wahnsinnig gut auf das Wesentliche konzentrieren können und allen Bullshit einfach ausgeblendet. Das durfte Flea von ihm lernen.

Die Meinung anderer ist nur eine Ablenkung

Auf wessen Meinung er Wert lege, möchte ich von ihm wissen. Er guckt mich an. Da ist er wieder, dieser gerade Blick direkt in die Augen. Was sei schon eine Meinung, fragt er mich zurück. Man mache etwas, weil man daran glaube, sagt Flea weiter. Die Meinung von anderen sei eine Ablenkung. «Es ist zwar die Aussage von jemandem, sie hat aber für mich kein Gewicht.»

Er muss pissen

Welches war der schönste Moment in seinem Leben, welchen er gerne nochmals erleben möchte? Der sei vor fünf Minuten gewesen. «Hää?», denke ich. Ja, da war er nämlich auf dem WC zum Bislen. Das sei so schön gewesen, die Anspannung loszulassen. Darum freue er sich jetzt schon, dieses Gefühl wieder zu haben. Okay.

Zum Schluss das Foto. Er rückt nahe zu mir. Legt den Arm um mich.

Jöö. Ich glaube, der Funke ist doch rübergesprungen. Irgendwie. Dann das Foto von ihm alleine. Was macht er? Er zückt den Mittelfinger. Nimm das! Da ist er wieder, dieser Leckt-mich-doch-alle-Blick. So ist er und zieht es durch. Mitsamt dem Hypnose-Trainer.

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