Bier aus dem Spaghettitopf: So wirst du zum Hobby-Braumeister

Sobald die Frühlingshormone wieder durch die Luft flattern, gurgeln die Zapfhähne im Vollbetrieb. Immer öfters kommt die Stange aber nicht von einer Kommerzbrauerei, sondern von einem Kleinbetrieb. Oder sogar vom Nachbarn. Kann eigentlich jeder ein gutes Bier brauen? Ja! Man nennt es «Craft Beer».

Ein richtiges «Craft Beer» eben! Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gebraut mit Muckis & Herzblut Ein richtiges «Craft Beer» eben! SRF / Colourbox

Handwerkliche Kleinstproduktion statt industrielle Massenware – das «Craft Beer» hat seinen Ursprung in den USA (welcher Trend kommt eigentlich nicht von den lieben Amis?) und erobert gerade die Bars und Ladenregale der Schweiz.

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Der Atlas der Mini-Brauereien

Verloren im Dschungel der Bierkreationen? Hier der ideale Reisebegleiter:

Bov's Beer Guide

Während grosse Brauereien mit hippen Werbekampagnen auf den Hypetrain aufspringen, spriessen in der Schweiz Kleinbrauereien aus dem Boden wie die Pilze im Wald. Und nicht nur das – immer mehr Biertrinker nehmen den Hopfen gleich selber in die Hand und entdecken das Brauen als Hobby.

Einer von ihnen ist Thomas Husmann. Im Berufsalltag arbeitet der 35-Jährige als Business Analyst und Projektleiter. In seiner Freizeit aber tauscht er den Anzug gegen die Schürze aus und tüftelt im Brauhaus Uto an neuen Kreationen. Ein krasser Gegensatz? Überhaupt nicht, findet Thomas.

«  In meinem Beruf geht es darum, neue Konzepte und Technologien zu entdecken, zu kombinieren und etwas Neues daraus zu schaffen – genau das fasziniert mich auch am Bier brauen. »

Und er ist überzeugt – ein gutes Bier kann jeder zu Hause herstellen!

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Bier brauen für Nerds

Bier brauen für Nerds

Hobbybrauen geht auch automatisch! Reto Widmer von SRF Digital hat's getestet.

Tschau, Stange! Wir brauen selber - mit einer digitalen Brauerei

Die Brauerei auf dem Küchentisch

Keine Angst, du brauchst keinen ETH-Abschluss in Lebensmitteltechnologie, um dein eigenes Feierabendbier in den Kühlschrank zu zaubern. Diese Tipps von Thomas helfen dir auf dem Weg zum Hobby-Braumeister:

  • Das Internet bietet – wie für alle wichtigen und weniger wichtigen Dinge im Leben – tonnenweise Tutorials. Hier unsere Vorschläge zum Lesen, Anschauen und Nachfragen. Und wer das Handwerk lieber direkt beim Profi lernen will, wird mit einem Braukurs glücklich.
  • Deine Küche ist der ideale Standort für deine ersten Brauversuche. Du brauchst kein Hightech-Labor, eine saubere Arbeitsfläche und ein hygienischer Umgang mit dem Material reicht.
  • Pensionskasse plündern für ein neues Hobby? Nichts da! Das notwendige Werkzeug fürs Home Brewing kriegst du schon für rund 200 - 300 Fr. Ausserdem kannst du viele Dinge aus deinem Kücheninventar klauen – wie zum Beispiel der Spaghettitopf für den Einsatz als Braukessel.

Eine weitere Motivation von unserem Hobby-Brauer: Die ersten Erfolgserlebnisse lassen nicht lange auf sich warten.

«  Mit einer Anleitung aus dem Internet oder aus einem Brau-Shop entsteht schon bei den ersten Versuchen ein gutes Bier. An diesem kann man dann weiter experimentieren. »

Kleinstbrauereien an die Macht!

Mit dem Hipster-Stempel muss man sich wohl abfinden, wenn man das Bierbrauen als Hobby entdecken möchte. Wir sind aber trotzdem grosse Fans der Mikrobrauerei, als Freizeitbeschäftigung sowie als Grundlage für innovative, junge Firmen.

Zum einen wächst die Auswahl an Bieren momentan mit Lichtgeschwindigkeit – und zwar nicht nur bei den Marken, sondern auch bei der Sortenvielfalt. Vom traditionsreichen IPA über verschiedenste Saisonbiere bis zum pechschwarzen Stout findet jeder sein Traumbier aus Schweizer Produktion. Langeweile im Glas war gestern!

Zum anderen ist gemeinsames Bierbrauen der Social Event schlechthin. Egal ob in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis, das gemeinsame Arbeiten und Experimentieren schweisst zusammen. Und das Beste am Ganzen – mit dem alkoholhaltigen Ergebnis kann man ein paar Monate später sogar anstossen. Prost!