«Es gibt kein Richtig oder Falsch»

Lou gibt in der neuen Webserie «KREUZ & QUEER» Einblicke in das Leben einer Person, die sich weder als Mann noch als Frau bezeichnen will. Ein «er» oder «sie» wird im Umgang mit Lou vermieden. Florian Vock von der Jugendorganisation «Milchjugend» erzählt, was es zu beachten gibt.

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Bildlegende: Florian Vock von der Jugendorganisation «Milchjugend» SRF Virus

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Lou und «KREUZ & QUEER»

Lou und «KREUZ & QUEER»

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Die «Milchjugend» soll falschsexuellen Personen, wie sie sich selbst bezeichnen, die Chance geben, sich untereinander auszutauschen. Zu Beginn eines Treffens gibt es eine Vorstellungsrunde, in der jeder Besucher sein Pronomen sagt. Aus einem simplen Grund, wie Florian Vock erzählt: «Es stimmt für uns nicht mehr, das Geschlecht automatisch von Kleidern, Haaren oder Stimme abzuleiten.»

Sexuelle Orientierung ist nicht relevant

Über die sexuelle Orientierung sprechen sie in der Vorstellungsrunde aber nicht. «Das Pronomen sagen wir, weil man wissen will, wie man jemanden im Alltag ansprechen soll. Alles andere ist Privatsache. Es geht ja auch niemanden etwas an, was ich zwischen den Beinen habe», sagt Florian.

Dass das Pronomen von Tag zu Tag wechselt, kann durchaus vorkommen, wie er erzählt. Für die meisten ist es aber meistens klar. Für den Mitgründer der «Milchjugend» stimmt es auf jedenfall, als «er» angesprochen zu werden.

Nachfragen erwünscht

Florian wünscht sich, dass man nachfragt, welches Pronomen man beim Gegenüber verwenden soll. Dass ihn solche Wünsche auch schnell ins Abseits katapultieren können, ist ihm bewusst. «Aussenseiter sind wir ja sowieso.»

«  Aussenseiter sind wir ja sowieso. »

Dass man jemanden wie Lou im Gespräch nur falsch bezeichnen kann, findet Florian nicht. «Es soll kein Minenfeld sein. Es gibt hier nicht richtig und falsch – und wenn man es einmal falsch sagt, geht die Welt nicht unter. Wenn du uns fragst, wie wir gerne angesprochen werden und du es versuchst, sind wir glücklich.»