Interview: Tame Impala-Mastermind Kevin Parker über seine Hater

Kevin Parker ist nicht einfach nur Frontmann von Tame Impala - er IST Tame Impala. Alle Songs der Band schreibt er selbst und nimmt sie in Eigenregie auf. Vor seinem Auftritt am Zürich Openair haben wir ihm Backstage abgepässelt und ein paar Fragen gestellt. Das sind seine 5 besten Antworten.

Kevin Parker/Tame Impala Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kevin Parker Backstage am Zürich Openair. Lachen tut er nur ungern. Trotzdem war er ein hervorragender Interviewgast. SRF

1. Wildfremde Leute beleidigen ihn und seine Musik im Internet? Kein Problem für Kevin Parker!

Dass Kevin Parker für sein fan-tas-tisch-es(!) drittes Album «Currents» die Gitarren ein bisschen vernachlässigt hat und sich darauf viel lieber mit Bass und Synthesizern beschäftigt hat, gefällt nicht allen.

Obwohl das Album eigentlich fast nur positive Kritiken erhielt, gibt es im Internet - allen voran auf YouTube - auch haufenweise negative Kommentare zum Album zu finden:

Kevin Parker: «Bis zu diesem Album sind wir eigentlich nie gross auf Hass im Internet gestossen. Das hat sich jetzt geändert. Seit wir ein bisschen erfolgreicher geworden sind, gibt es nun einige Leute, die ihre negative Meinung im Internet kund tun müssen. Wenn ich diese Kommentare lese, gibt mir das aber irgendwie auch Antrieb...»

Kevin Parker nimmt den Hass von wildfremden YouTube-Kommentierern als Kompliment auf:

Parker: «Kanye West sagte vor kurzem: Leute, die dich hassen, gehören in die gleiche Kategorie, wie Leute, die dich lieben. Leute, denen du völlig egal bist, die sind das Problem! Wenn du von gewissen Personen gehasst wirst, dann bedeutet das ja, dass du sie auf irgendeine Weise berührt hast.»

2. Irgendwie hat er sogar Verständnis fürs Haten

Parker: «Als ich 16 Jahre alt war, habe ich mich mal in ein Internetforum eingeloggt und eine Band gedisst, von denen ich notabene noch nie einen Song gehört habe! «Das ist alles die gleiche Scheisse» habe ich über die Band geschrieben. Aber wie gesagt: Ich war erst 16!»

3. Seine Lieblingskünstler remixen ihn - und er hat keine Ahnung davon!

Eigentlich könnte man meinen, dass Kevin Parker ein ziemlicher Kontrollfreak ist: Er schreibt alle Tame Impala-Songs selbst, nimmt diese auch gleich in Eigenregie alleine auf und kümmert sich nebenbei darum, dass das Artwork seiner Veröffentlichungen in einem einheitlichen Look daherkommt.

Als ich ihn aber auf den ziemlich gelungenen (und offiziell von Tame Impala als B-Seite veröffentlichten) Minimal Techno-Remix von The Field anspreche, reagiert er verwirrt und hat keine Ahnung davon:

«  Oh, The Field hat ein Remix von mir gemacht? Wirklich? Das habe ich nicht gewusst! Er ist einer meiner Lieblingskünstler! »

4. Von einem der besten Songs seines neuen Albums, «Disciples», gibt es leider keine längere Version

Es ist ein Jammer: «Disciples» ist einer der besten Songs auf «Currents». Leider ist der Song aber nur knapp 100 Sekunden lang. Gibt es da wirklich keine längere Version?

Parker: «Nein. Ganz am Anfang war der Song sogar noch kürzer. Eigentlich war der Track von Anfang an nur als kleines Zwischending geplant. Ich mochte diese Idee eines kleinen Radiopop-Ausbruchs.»

5. Sein Lieblingsalbum? «Talkie Walkie» von Air

In einem Interview äusserste sich Parker vor kurzem über seine Lieblingsalben. Eines davon: «Talkie Walkie» von Air. Seltsame Wahl. Eigentlich ist doch «Moon Safari» der offiziell™©® anerkennte Klassiker dieser Band, oder nicht?

Parker: «Ich glaube Talkie Walkie hat diese Extra-Ebene an Emotionen. Moon Safari ist cool und ziemlich athmosphärisch. Aber Talkie Walkie... diese Symphonien... und diese Akustikgitarren! Und das Songwriting ist einfach Next-Level!»