Julia Stones Herz schlägt für Angus - und «Sherlock Holmes»

Im Virus-Interview erzählt Folk-Sängerin Julia Stone, wie Starproduzent Rick Rubin sie auf klammheimliche Art wieder mit Angus zusammenbrachte und warum sie sich heute besser mit ihrem Bruder versteht denn je. Unverkrampft gesteht sie Teenie-Schwärmereien und philosophiert über David Lynch-Filme.

eine schöne Frau und ein bärtiger Mann vor roter Hauswand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Julia & Angus Stone bei einem Videodreh in Mexico Facebook

Angus & Julia Stone wurden durch «Big Jet Plane» über die Grenzen der Folk-Szene bekannt. Trotzdem entschieden sich die beiden kurz darauf, getrennte Wege zu gehen. Obwohl das Leben als Soloartist für die beiden zwar bestens funktioniert hat, passte es dem famous Produzenten Rick Rubin nicht.

Julia und Angus am Hängen bei Rick Rubin (Facebook)

rickrubinflickr

Rubin wollte die Australier wieder zusammen auf der Bühne haben - und hat das auch geschafft. Mit dem im August erschienen selbstbetitelten Album «Angus & Julia Stone» haben die drei einen Riesenwurf gelandet: Die Tour läuft sagenhaft, alle Konzerte, darunter auch die drei Auftritte in der Schweiz, waren komplett ausverkauft.

Im Gespräch mit Julia Stone kristallierte sich schnell heraus: Die Musikerin ist eine people person - ein Mensch, der sich um andere Gedanken macht und sich selber nicht als Lebensmittelpunkt sieht.

- Von diesen Menschen schwärmt Julia Stone -

Rick Rubin

Rick ist im Musikgeschäft so etwas wie Gott - nicht nur wegen seines Aussehens. Von Johnny Cash über Lana del Rey zu Kanye West - die Liste von ihm produzierter Alben ist fucking beachtlich. Kein Wunder hat er die zwei wieder zusammengebracht. Doch so einfach hatte es auch er nicht, meint Julia. Über ein Jahr lang hat Rick stets so getan, als möchte er je eine Soloplatte machen und klammheimlich das Interesse füreinander wieder angekurbelt, indem er immer wieder bei beiden nachhakte: «Julia, how's Angus doing?»

Angus Stone

Ist die Geschwisterliebe inszeniert? Oder sind sich Angus und Julia wirklich so nahe, wie sie es auf Facebook und Instagram zeigen? «Nach sechs Jahren gemeinsamer Sache, waren wir froh um den Abstand. Wir waren einfach zu lange als Bruder und Schwester unterwegs. Wir behandelten einander anders, als andere Menschen im Umfeld. Fast schon grob, weil man das innerhalb der Familie ja tun kann. Seit wir wieder zusammen auf Tour sind, hat sich unser Verhältnis verändert. In der Zeit, in der wir getrennt unterwegs waren, haben wir gelernt, dass wir uns mit mehr Respekt begegnen müssen. Sich zum Beispiel mal für etwas zu entschuldigen anstatt dem anderen Grund zu geben, wütend zu werden. Es ist alles etwas weniger intensiv, dafür ruhiger geworden. Eine richtig gute, enge Freundschaft. Ohne Geheimnisse, ohne Bullshit

Nelly Furtado

«I'm not sure if it's appropriated for a cool radio station like yours - but I used to LOVE Nelly Furtado!!» Julia verrrät, dass sie eine Popschlampe ist und von «Turn Off The Lights» nicht genug kriegen konnte. Bevor es amigs ab in die Clubs ging, hörte sie mit ihren Freundinnen Nellys Musik und alle möglichen Hits - klassisches Eintrinken halt. Im Interview spricht sie über die Qualität von Popsongs und, dass die Kompostion von guten Ohrwürmen als Kunstform betrachtet werden sollten.

Regisseur David Lynch

Auf Tour spult Julia täglich Film um Film ab. Im Moment inspirieren sie die Werke von David Lynch. «Er schafft es, den Geist und die Psyche des Zuschauers anzusprechen und zu beschäftigen. Gleichzeitig ist die Handlung so wunderschön realistisch. Als ob du die Menschen im Film in ihrer natürlichen Umgebung beobachten könntest, als wären keine Kameras da. Wenn ich einen David Lynch Film schaue, weckt es immer ein sehr unbequemes Gefühl, es löst eine innere Unruhe aus und regt zum Nachdenken an. Wir alle tragen diese Ungewissheit in uns. Die Frage warum wir hier sind und was wir hier tun. Lynch schafft es, dieses Gefühl zu bestätigen, während andere Filme dieses Gefühl unterdrücken und mit oberflächlicher Hoffnung überspielen.» Weiter erzählt Julia in grösster philosophischer Manier, dass Lynch ihr immer wieder zeigt, dass es unglaublich viele Menschen gibt, die den Sinn ihres Lebens nie finden werden.

Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes

«Ich bin der grösste Sherlock Holmes Fan! Eigentlich war ich nie ein grosser Fan eines bestimmten Schauspielers, aber bei Benedict Cumberbatch ist das einfach anders. Seine Art, wie er spielt - verdammt gut. Er lebt das Schauspiel als Kunstform!» Im Gespräch erklärt sie lachend, wie sie ihn immer und immer wieder zu ihren Konzerten einlädt und er «apparently outta town is.» Doch aufgeben? Nie im Leben!