Wenn Musiker zu Pornostars werden

Die amerikanische Band Yacht sorgt für Aufruhr. Da angeblich ein Sex-Tape des Paares geleakt wurde, verkaufen sie es gleich selber. Der Clou: Keiner kann es kaufen! Der Schluss liegt nahe, dass es Yacht um mehr geht!

Ein grünliches Bild. Mehr nicht. Sorry. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Uhlala Mehr als dieses Bild aus dem Sex-Tape hat keiner gesehen. Official

Montagabend, 18:00 Uhr. Das Electro-Pop Duo Yacht, bestehend aus Frau (Claire Evans) und Mann (Jona Bechtolt), veröffentlichen eine Meldung auf Facebook.

Sie schreiben, es sei eine schwere Zeit als Band. Als Musiker verdiene man kaum noch Geld. Alben würden nicht mehr gekauft und bei jeder Tour sei es unklar, ob man nicht Verlust machen würde.

Doch das wirklich Interessante: Ein persönliches Video sei veröffentlicht worden. Ein Sex-Video der beiden, die im privaten Leben ein Paar sind. Der Grund ist laut der Band einerseits technisches Missgeschick und anderseits eine moralisch verwerfliche Person (Leaker). Es folgt ein Appell: Trotz dem Leben als öffentliche Personen hätten sie ein Recht auf Privatsphäre.

Sex-Tape zum Verkauf

Zwei Stunden später folgt ein zweiter Post auf Facebook: «Das Video ist draussen. Wir können das nicht ändern. Also verkaufen wir es gerade selber.» Darunter folgt der Link zum Download.

Doch: Wer versucht das Sexvideo zu erwerben, bekommt kein Video, sondern eine Fehlermeldung, dass der Server überlastet sei. Auf Facebook schreiben ebenfalls diverse User über die Fehlermeldung. Selbst auf Porno- und Torrent-Seiten lässt sich nichts Handfestes finden.

Zwar gibt es Leute, die das Tape gesehen haben wollen, nur stammen diese (überraschenderweise?) aus dem direkten Umfeld der Band. Alles nur eine Promoaktion?

Aufmerksamkeit für eine Message

Bei genauerer Betrachtung des Posts kommt der Verdacht auf, dass das Video nicht existiert. Mit grosser Wahrscheinlichkeit will das Duo auf die Wertlosigkeit der Musik aufmerksam machen. Im Gegensatz steht die Zahlungsbereitschaft für ein Sex-Tape.

Gut möglich, dass ihr imaginäres Sex-Tape um ein vielfaches mehr an Umsatz generiert hätte, als sie mit ihrer Musik je umgesetzt haben. Übrigens: Ein Album der Band kostet auf iTunes 7.99 Dollar, das Video 5 Dollar.

Yacht haben sich zur Absicht hinter dieser Aktion noch nicht geäussert. Egal ob es sich um ein echtes Sexvideo, oder um einen PR-Stunt handelt, die Band hat auf sich aufmerksam gemacht. Sobald mehr Klarheit herrscht, informieren wir dich über die Moral der Geschichte.

So klingen Yacht