Können solche Rocker weinen?

Sie sehen böse aus. Schwarze, hässige Totenköpfe, lange Haare, welche ins Gesicht lampen, stechende Blicke dahinter. Springerstiefel. Pogen und Headbangen. Wir haben die bösesten Jungs vom Greenfield Festival gesucht und ihre sentimentalste Seite mit der Kamera eingefangen.

Rocker sind böse? Bullshit, sagen sie

Ralf: «Wir haben die aller grössten Herzen. Wir nehmen jeden auf. Wir geben jedem Bier, der Bier möchte. Und wenn es ein Problem gibt, sind wir füreinander da.»

Woher kommt denn der böse Ruf, den die Rocker haben?

Die Besucher vom Greenfield Festival erklären:

Michi: «Weil wir schwarz angezogen sind und die Motive auf den T-Shirts viele Leute erschrecken. Ich ziehe mich aber so an, wie ich möchte. Wenn du damit klar kommst, ist das gut. Wenn nicht, ist das auch gut.»

Lukas: «Wenn man ins Gesicht der Leute schauen würde, sehen sie, dass wir liebe Menschen sind. Es ist einfach nur die Kleidung.»

Ralf: «Ob wir böse wirken wollen? Nein. Aber ich kann hier am Greenfield Festival eine Seite in mir ausleben, welche im Alltag so nicht möglich wäre. Das ist der Grund, warum ich mich hier schwarz anziehe und böser wirke als ich bin. Sonst bin ich eigentlich nicht so.»

Simon: «Ich weiss nicht. Aber je böser einer aussieht, desto lieber ist er.»

Aaah ja? Ob das wirklich stimmt, haben wir getestet. Wir wollten die sentimentalste Seite der schwarzangezogenen Headbanger hören. Und wir bekamen sie.

 

Die herzzerrissendsten Geschichten der harten Jungs

Ralf: «Ich habe erst gerade mit meiner Freundin König der Löwen geschaut. Und dann stirbt ja der Vater von Simba. Und ich konnte nichts machen... Die Tränen sind einfach so runtergelaufen.»

Bruno: «Liebes Mami, ich möchte dir einfach mal Danke sagen. Dass du immer hinter mir gestanden hast, egal welchen Seich ich gemacht habe. Liebe Papa, dir auch!»

Luca: «Ich schaue mit meiner Frau gerne Titanic. Wir können bei diesem Film zusammen kuscheln und mitleiden. Ich kann ihr dann ein gutes Gefühl geben, weil ich ja nicht sterbe wie Leonardo DiCaprio. Es geht nichts über meine Frau.»

Sven: «Ich hatte eine Katze, welche ich 17 Jahre lang hatte. Ich habe sie so geliebt. Als sie starb, war ich einen halben Tag heulend in meinem Bett. Dann habe ich sie mir tätowiert und so ist sie immer bei mir.»

So viel Liebe. Für die Rocker in den schwarzen Tischis mit den bösen Motiven. Für ihre offenen Geständnisse. Für, dass sie sind, wie sie sind. So viel Liebe. Ich habe fertig.

Harter Schale, weicher Kern? Wir haben's am Greenfield geprüft.