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Games Best of 2017: Die 10 besten Spiele des Jahres

Dieser Game-Jahrgang hätte kaum schöner sein können! Ein Jahr voller Spiele, deren Macher sich selbst übertroffen haben. An diesen 10 Spielen haben wir eigentlich rein gar nichts auszusetzen – 10 mal 10 von 10 Punkten!

Und schon ist es um, dieses 2017! In heimeliger Tradition erinnern wir uns zum Jahresende an unsere schönsten Game-Momente. Ein fast schon historischer Jahrgang, übersäht mit vielen Überfliegern und Überraschungen, an die wir uns noch lange zurückerinnern werden. Darunter Spiele, die in die Gaming-Geschichte eingehen werden. Die alphabetische Liste:

Arena of Valor

«Arena of Valor» ist das erfolgreichste Spiel des Jahres, obwohl es hierzulande kaum einer kennt. In China hat das mobile MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) voll eingeschlagen und auch wir haben das Genre dank «Arena of Valor» kennen und lieben gelernt.

Spiele wie «League of Legends» oder auch «Dota 2» gehören in diese Kategorie, nur spielt man die Originale am PC. «Arena of Valor» hingegen hat man immer griffbereit im Hosensack auf dem Smartphone.

Das Prinzip ist einfach: Zwei Teams kämpfen gegeneinander und versuchen, die gegnerische Basisstation zu zerstören. Um zur Basis der Feinde vorzudringen, muss man erst die Strassen freiräumen, die sogenannten «Lanes», indem man Schutztürme einreisst und dabei gleichzeitig die Gegner in Schach hält.

Das alles funktioniert ohne Tastatur und Maus nur mit zwei Daumen völlig reibungslos. Hinzu kommt ein In-Game-Voicechat, mit dem man mit Spielern rund um den Globus verbunden ist. Eine erstaunlich gute Benutzeroberfläche: 10 von 10 Punkten!

Cuphead

«Cuphead» ist ein Spiel mit zwei Gesichtern und beide haben uns entzückt. Einerseits ist es zuckersüss: Mit liebevoll von Hand gezeichneten Animationen im 30er-Jahre-Stil erzählt es die Geschichte von Cuphead und Mugman, zwei Tassen mit Armen und Beinen, die beim Glücksspiel ihre Seelen an den Teufel verspielt haben. Mehr Charme geht eigentlich nicht.

Anderseits is es richtig bitter, denn es ist schwer und kommt direkt zur Sache: 18 verschiedene Endgegner gilt es zu besiegen. Dabei entwickeln wir einen regelrechten Hass auf dieses hypnotisierende Rüebli und den bösen Kaugummiautomaten, die uns absolute Präzision abverlangen.

«Cuphead» hat auch etwas von Kunstturnen: Wir müssen die Bewegungen so lange üben, bis sie perfekt sitzen; die Muster der Gegner genau studieren, bis wir in perfektem Rythmus alles richtig machen und uns dann dafür auch richtig gut fühlen: 10 von 10 Punkten!

Grand Turismo Sport

Auch «Gran Turismo» hat in diesem Jahr viel Neues gewagt. Früher war es das bestkuratierte Museum schneller Autos, heute geht es mehr um Motorsport. Seine Seele hat das Rennspiel deshalb nicht verlohren ─ im Gegenteil!

«Gran Turismo Sport» ist nach wie vor ein sehr didaktisches Spiel. Kein anderes Rennspiel gibt sich so viel Mühe, dich zu einem guten, schnellen und fairen Rennfahrer zu erziehen. Doch selten war dies auch so nützlich, denn wir brauchen all diese Kenntnis in den Online-Rennen, bei denen wir gegen echte Fahrer an stilvoll inszinierten Events antreten.

Ohnehin ist «Gran Turismo Sport» das stilvollste der Rennspiel des Jahres. Das geht vom Oberflächendesign bis hin zu der Musikauswahl oder dem Fotomodus. Hinzu kommt das Projekt «Vision Gran Turismo», dank dem wir auch Prototypen und Concept Cars fahren können, die es nirgendwo sonst gibt. 10 von 10 Punkten!

Nex Machina

«Nex Machina» ist ein Spiel, das an die Spielhallen von früher erinnert, nur viel schöner und viel besser. Wir blicken von oben auf die Spielwelt, in der Mitte rennt unsere Spielfigur. Gesteuert wird mit den zwei Sticks des Kontrollers – deshalb nennt man das Genre «Twin Stick Shooter». Diese Steuerungsmethode hat Eugene Jarvis, Link öffnet in einem neuen Fenster 1982 für «Robotron 2084», Link öffnet in einem neuen Fenster erfunden.

Die Roboter haben alles übernommen. Und zwar handfester als bloss durch Algorithmen: Das ist eine 80er-Jahre-Action-Welt, mit Terminator-ähnlichen Maschinen, die Menschen erbarmungslos jagen. Und die man auch auf die gute alte Art bekämpft: Man schiesst sie in einem glorreichen Neon-Feuerwerk über den Haufen.

Im Kern ist «Nex Machina» ein klassischer Arcade-Shooter. Das Game will, dass wir merken, wann welche neuen Gegnertypen erscheinen. Wann sie erscheinen, hängt davon ab, wo wir hinrennen. Jede Herausforderung ist eine Chance, nah am Scheitern dennoch zu glänzen. Es ist herrlich, erhaben, exquisit – und wohl das letzte seiner Art: 10 von 10 Punkten!

NieR: Automata

In «NieR: Automata» haben die Aliens die Erde übernommen. Die Menschheit ist auf den Mond ausgewichen und schickt Androiden wie unsere Hauptfigur 2B auf die Erde, um diese zurückzugewinnen.

Bereits zu Beginn der Geschichte treffen wir auf einen Roboter, der mit uns über Gott nachdenkt. Wenig später lernen wir Jean-Paul Sartre kennen, der uns in seine Theorie des Existenzialismus einführt. Die Macher bezeichnen das Spiel als Action-RPG. Das ist zwar richtig, doch schon ein bisschen tiefgestapelt.

Denn «NieR: Automata» schlüpft in viele unterschiedliche Gewänder. Nebst der mehr als dichten Geschichte erleben wir spektakuläre Bosskämpfen, fröhliche Hack-and-Slash-Momente sowie Top-Down-Bullet-Hells und wechseln immer wieder die Kameraperspektive und somit die ganze Spielweise.

Mit anderen Worten: NieR ist für mehr als nur eine Überraschung gut! 10 von 10 Punkten!

PlayerUnknown's Battlegrounds

«PlayerUnknown's Battlegrounds» steckt nach wie vor in seiner Early-Access-Phase und begeistert trotzdem Millionen. Das Spielprinzip könnte roher und fairer kaum sein: 100 Spieler springen über einer Insel ab, bewaffnen sich mit allem, was sie dort finden können, und wer als letzter noch lebt, hat die Runde gewonnen.

Klingt brutal und ist brutal – brutal aufregend! Das Gefühl dabei erinnert ans «Räuber und Poli»-Spielen früher auf dem Schulhof. Man sitzt versteckt hinter irgendeinem Busch, hört die Schritte des Fängers und gleich darauf den eigenen Puls ganz oben im Hals schlagen – Nervenkitzel pur.

Am Anfang stirbt man oft, manchmal schon Sekunden, nachdem man die ersten Schüsse gehört hat und ohne je einen Gegner zu sehen. Doch man lernt dazu, bewegt sich vorsichtiger, testet Strategien aus und beginnt das Spiel besser zu lesen. Bis man irgendwann ganz am Schluss als Sieger auf dem Feld steht und stolz sein «Chicken Dinner» geniesst. Kein anderes Spiel hat so viele Gefühle in uns geweckt: 10 von 10 Punkten!

Polybius

«Polybius» ist ein VR-Shooter, der dich in einen Rauschzustand versetzt: Das Tempo, die Farben und der Soundtrack sind überwältigend. Auf einem dunklem Hintergrund rauschen uns leuchtende Neon-Linien und Retro-Pixel um die Ohren, dort muht eine Kuh, hier erklingt ein Modem-Rauschen und durch alles pulsiert feinster 90er-Jahre-Retro-Techno à la Underworld.

Das Spiel folgt dem Leitspruch von Jeff Minter, dem Mann hinter Polybius: «retina searing visuals, precision-balanced gameplay and the occasional bovine utterance». Grafik und Gameplay fokussieren sich auf das Wesentliche und kommen dafür so pur daher wie irgendwie möglich.

Fernab von den gängigen Kinderkrankheiten ist «Polybius» eine wahre VR-Offenbarung. Ein pulsierender Rave, ein meditativer Rausch, eine Masterclass in Game-Design – Jeff Minter in Bestform. 10 von 10 Punkten!

Resident Evil 7

Der neuste Ableger der «Resident Evil»-Serie hat das langerprobte Erfolgskonzept völlig auf den Kopf gestellt. Zudem ist es der erste Teil, bei dem wir die Egoperspektive («First Person») einnehmen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Spiel ist komplett mit Virtual-Reality-Brille spielbar. Ob man mit oder ohne Brille spielen will, ist uns jederzeit selbst überlassen, wir können es aber wärmstens empfehlen!

Als Spielfigur Ethan schleichen wir uns möglichst lautlos durch die gruselige Plantagenvilla der Baker-Familie. Die Bakers sind verrücktgewordene Zombies, die allem Anschein nach etwas mit dem Verschwinden unserer Frau Mia zu tun haben. Eine Familie mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Geschichten und unser grösster Gegner in «Resident Evil 7».

Denn «Resident Evil» schüchtert uns nicht mit einer ganzen Horde an Gegnern und viel Geballer ein - im Gegenteil: Das Gruseln entsteht oft durch Stille und Athmosphäre. Und durch die Geschichte, in die wir – auch dank VR – regelrecht hineingesogen werden: 10 von 10 Punkten!

Super Mario Odyssey

Mario ist nicht ohne Grund die berühmteste und beliebteste Videospielfigur der Geschichte, doch «Super Mario Odyssey» topt alles. Es ist ein Liebesbrief an die Mario-Spiele der letzten 30 Jahre. Für angehende Mario-Fans ist es eine wunderbare Zusammenfassung und eine Erklärung dafür, warum wir den kleinen Klempner so lieben.

«Super Mario Odyssey» ist dabei alles andere als das blanke Suhlen in nostalgischen Gefühlen. Es ist Mario in seiner bisher abwechslungsreichsten Form. Auch dank Marios Mütze namens Cappy, die im neuen Spiel einen eigenen Charakter bekommt. Cappy kann capern, das heisst, Mario kann Cappy auf Gegner werfen, um in diese hineinzuschlüpfen.

Das ermöglicht eine Vielzahl neuer Mechaniken, die sich völlig organisch in die Mario-Welt einbetten. Obendrauf gibt es eine Reihe von «Aha!»- und «Wow!»-Momente, die man ganz bestimmt nicht so bald wieder vergisst: 10 von 10 Punkten!

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Mit der Neuauflage dieses Klassikers ging Nintendo einige Risiken eingegangen. Nicht nur, dass «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» die neue Konsole Nintendo Switch anschieben sollte. Auch sonst hat sich das Spiel neu erfunden.

Eine offene Welt lädt ein, von uns entdeckt zu werden. Und diese Entdeckungsreise hätte aufregender nicht sein können. Neben unzähligen Überraschungen, grossartigen Figuren und einem tollen Humor glänzt «Breath of the Wild» vor allem mit Vertrauen. Statt uns ständig die Mechanik zu erklären («So funktioniert Kochen!», «So nutzt du den Magneten!», «So zähmst du ein Pferd!»), lässt es uns selber probieren, entdecken und begreifen.

Das macht nicht nur Spass, sondern ist auch unendlich viel befriedigender, als laufend an der Hand genommen und frontal unterrichtet zu werden: 10 von 10 Punkten!

1 Kommentar

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  • Kommentar von David Kilchenmann (Davki90)
    Mein Lieblingsspiel dieses Jahr war "Elex", das neue Werk der Gothic und Risen Macher. Es sah grafisch nicht hübsch aus, war aber spielerisch sehr gut. Man fühlte sich wie in Gothic, Mass Effect und Fallout zugleich. Ein Let's Play noch von euch, würde mich sehr freuen! :)
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