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Game-Review «Zip Zap»: Mit einem Daumen rätseln und dabei schmunzeln

Drücken = zusammenziehen. Loslassen = entspannen. So bugsieren wir quietschende Metallteile an den richtigen Ort. Ein wunderbar einfaches Smartphone-Game mit grossartigem Rätseldesign und Slapstick-Humor.

Video: Guido spielt «Zip Zap» – mit der grossen Zehe! (Let’s Play)

«Zip Zap» vom deutschen Designer Philipp Stollenmayer, Link öffnet in einem neuen Fenster ist ein Smartphone-Rätselspiel, das alles, aber wirklich alles richtig macht.

Die Steuerung ist so einfach, dass wir es nicht nur mit einem einzigen Daumen spielen können, sondern, wenn man denn unbedingt will, gar mit einer Zehe (Beweis im Let’s-Play-Video oben). Irgendwo auf den Bildschirm tippen und das Gelenk eines roten Metallteiles zieht sich zusammen; loslassen und es klappt wieder auf. Mit einem Wisch nach links setzen wir das Rätsel reibungslos auf die Ausgangsposition zurück und starten blitzschnell einen neuen Versuch. Das ist alles.

Berühren = zuklappen, loslassen = aufklappen.
Legende: So geht's: Auf- und zuklappen. Screenshot SRF

Die über 110 Rätsel und eine Überraschung am Schluss sind wunderbar abwechslungsreich. Das Ziel ist immer gleich: einen kleinen weissen Kreis für ein paar Sekunden verdecken.

Indem wir einen Ball oder das rote Metallteil dahin schubsen. Oder ein anderes Metallteil so anschubsen, dass es dort hinfällt. Neben den Bällen gibt es grüne Teile, die sich bewegen, aber nur, wenn wir sie mit einem roten anschubsen. Blaue, die sich langsam drehen. Gelbe, die wir herumwerfen können, und schwarze, die fest montiert sind.

Diese wenigen Grundelemente werden immer wieder neu kombiniert. In einer Art Callback beziehen sich neue Rätsel gern auf ein bereits gelöstes, indem sie beispielsweise eine bekannte Mechanik ins Gegenteil verdrehen. Der Schwierigkeitsgrad schwankt stark, einige spätere Rätsel sind richtig schwierig. Doch frustriert hängen bleiben wir nie.

Weil die Gelenke und Bälle physikalisch simuliert sind, ist die Lösung oft nicht präzise auffindbar. «Ich drücke, wenn sich das blaue Teil genau bis 45 Grad gedreht hat und lasse wieder los, wenn der Ball über den dritten Punkt gerollt ist» – dieser Zugang funktioniert selten. Stattdessen müssen wir die Mechanik spüren und mit Fingerspitzengefühl bedienen. Oft gelingt uns die Lösung erst, wenn wir aufhören zu denken und einfach machen.

Das Beste an «Zip Zap»: Das doch sehr abstrakte Game ist erstaunlich lustig. Nicht nur, weil im Hintergrund eine monotone Tuba tutet, ohne Zweifel das lustigste aller Instrumente. Sondern vor allem aus dem gleichen Grund, warum es lustig ist, wenn der traurige Clown auf den Hintern fällt: Slapstick.

Denn wenn wir versuchen, unser rotes Mechanikteil sachte nach links zu kippen und es stattdessen schwungvoll nach rechts hopst, entschlüpft uns ein Kichern. Und weil das spektakuläre Scheitern lustig ist, haben wir mehr Geduld, an der gefühlvollen Lösung zu knobeln.

«Zip Zap» ist für iOS, Link öffnet in einem neuen Fenster und Android, Link öffnet in einem neuen Fenster.

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