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Abstimmungen Diese zehn Ausreden sind kein Grund, nicht abstimmen zu gehen

Im Schnitt sind nur etwa 10% der stimmbeteiligten Personen unter 30. Damit aber auch du es das nächste Mal schaffst, deine Stimme abzugeben: Wir sagen dir, wie du schnell und unkompliziert selber abstimmen kannst.

Legende: Audio Kompass: Warum es keinen Grund gibt, nicht abstimmen zu gehen abspielen. Laufzeit 09:49 Minuten.
09:49 min, aus Junge Popkultur, urbanes Leben vom 26.11.2018.

1. «Ich verstehe nicht, worum es in der Abstimmung geht – das ist mir viel zu kompliziert.»

Zugegeben: Der Text im roten Abstimmungsbüchlein ist meistens wirklich sehr kompliziert und unverständlich. Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit, sich zu informieren. Auf Plattformen wie easyvote.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster oder ch.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster beispielsweise gibt es zu jeder nationalen Vorlage ein Videoclip, der dir in wenigen Minuten das wichtigste erklärt.

2. «Ich weiss überhaupt nicht, wie man abstimmt.»

That's it.

3. «Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich Ja oder Nein stimmen soll. Dann lasse ich es lieber ganz sein.»

Tausche dich mit anderen Leuten in deinem Kollegen- und Familienkreis aus. Ihr könnt die Abstimmungsvorlagen ja gleich bei einem Feierabendbier diskutieren und du überlegst dir anschliessend, welche Punkte für oder gegen eine Vorlage sprechen und was dir wichtig ist. Easyvote plant zudem eine App, in der du zu jeder Vorlage einen Fragebogen ausfüllen kannst und du daraufhin eine Abstimmungs-Empfehlung erhältst.

4. «Meine Stimme alleine hat doch keinen Einfluss auf das Abstimmungsergebnis.»

Come on – diese Rechnung ist nun wirklich ziemlich einfach: Wenn nur 1% aller stimmberechtigten Personen in der Schweiz genauso denken, sind das schon über 50'000 Stimmen. Und ja, die haben sehr wohl einen Einfluss auf das Ergebnis einer Abstimmung.

5. «Ich bin jung, die meisten Abstimmungen betreffen mich gar nicht.»

Falsch. Denn gerade junge Menschen müssen ja am längsten mit dem Ergebnis einer Abstimmung leben, nicht die älteren. Du entscheidest damit deine eigene Zukunft. Im Kanton Schaffhausen gibt es übrigens eine Stimmpflicht. Wer eine Wahl oder Abstimmung ohne Entschuldigung verpasst, muss sechs Franken Busse zahlen.

Abstimmungen nach Alterskategorie

Quelle: VOTO
Alterskategorie
Beteiligung im September 2018
Beteiligung im Juni 2018
Beteiligung im März 2018
18-29 Jahre
20%27%35%
30-39 Jahre
26%24%43%
40-49 Jahre
31%25%46%
50-59 Jahre
41%31%61%
60-69 Jahre
49%49%70%
70 Jahre und älter
55%50%69%

Gemäss dem Forschungsprojekt VOTO , Link öffnet in einem neuen Fensterhaben in der letzten Volksabstimmung im September 2018 gerade mal 20% der 18- bis 29-jährigen Personen abgestimmt. Sie sind damit die Alterskategorie, die am wenigsten abstimmt.

6. «Ich habe keine Zeit.»

Keine Zeit oder keine Lust? Das ist doch eher eine Prioritätenfrage. Wenn du dich informiert hast (siehe Punkt 1 und 3), geht das mit dem Ausfüllen ruckzuck (siehe Punkt 2). Das frankierte , Link öffnet in einem neuen FensterKuvert kannst du dann einfach in einen Briefkasten werfen, wenn du keine Lust hast, am Wahlsonntagmorgen aufzustehen. Das dauert vielleicht zehn Minuten. Höchstens.

7. «Politik interessiert mich nicht so.»

Es geht bei einer Abstimmung ja auch nicht darum, ob du dich für Politik interessierst oder nicht. Du musst auch kein Politiker sein, um abzustimmen. Sondern es geht darum, wie die Zukunft in der Gesellschaft aussieht. Natürlich gibt es mal Vorlagen, die dich weniger interessieren oder bei denen du denkst, dass sie dich nicht direkt betreffen. Du kannst aber trotzdem eine Meinung dazu haben und das Recht, darüber abzustimmen, als Privileg ansehen.

8. «Das ist nur lästiger Papierkram. Wäre alles digital, dann würde ich schon abstimmen.»

In einigen Kantonen in der Schweiz gibt es bereits E-Voting. Es gibt dabei zwei verschiedene Systeme: Eines wurde vom Kanton Genf, Link öffnet in einem neuen Fenster (Kantone SG, AG, BS, LU, BE, VD und GE) entwickelt und das andere von der Schweizerischen Post, Link öffnet in einem neuen Fenster (Kantone TG, NE und FR). Weitere Kantone planen die Einführung des E-Votings für 2019.

9. «Wozu abstimmen, wenn der Staat danach sowieso das macht, was er will.»

Es kann natürlich sein, dass der Entscheid des Volkes nicht mit deiner Meinung übereinstimmt. Das beste, was du dagegen machen kannst, ist wählen zu gehen: Wähle Politikerinnen und Politiker, die deine Meinung vertreten und sich für deine Interessen einsetzen. Bist du dir unsicher, wofür die einzelnen Kandidaten stehen oder weisst nicht, wer dir gleichgesinnt ist, kannst du mittels Fragebogen auf smartvote.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster die Politiker und Politikerinnen herausfiltern, die deine Meinung vertreten.

Wenn dir das nicht reicht, kannst du auch weitergehen und zum Beispiel eine Petition, Link öffnet in einem neuen Fenster lancieren oder ein Referendum , Link öffnet in einem neuen Fensteroder sogar eine Volksinitiative , Link öffnet in einem neuen Fensterergreifen.

10. «Ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern, aber meine Stimmunterlagen werden noch zu ihnen geschickt. Darum stimme ich nicht ab, oder lasse meine Eltern für mich abstimmen – die verstehen mehr davon.»

Frag doch dein Mami, ob sie dir ein Whatsapp schickt, wenn deine Stimmunterlagen eingetroffen sind. Entweder kann sie es dir dann schicken, persönlich vorbeibringen oder du nutzt die Gelegenheit und besuchst deine Eltern wieder einmal. Sie werden sich freuen und du kannst dann gleich deine Stimmzettel ausfüllen. Natürlich kannst und sollst du deine Eltern fragen, wenn du unsicher bist, aber bilde dir deine eigene Meinung und lass nicht sie für dich abstimmen (siehe Punkt 5).

easyvote

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easyvote
Legende:easyvote.ch

Das Ziel von easyvote , Link öffnet in einem neuen Fensterist es, 18- bis 25-jährige Personen in der Schweiz über Politik zu begeistern. Mit einfach Videoclips und Broschüren informieren sie über bevorstehende Abstimmungen – schnell und einfach. Das Programm gehört zum Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ).

Nicht vergessen!

Falls du es jetzt im September – vielleicht ja aus einem der oben genannten Gründen – nicht geschafft hast, abzustimmen: Die nächste Möglichkeit gibt es schon bald. Am 10. Februar 2019 finden die nächsten nationalen Abstimmungen statt.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Dominik K. (dominikk)
    Ich bin einfach der Meinung, dass ich als Laie zu wenig qualifiziert bin um mitzuentscheiden, was gut für unser Land ist und was nicht. Bereits Galilei hat gesagt: "Das Wissen einer gelehrten Person ist wichtiger als das Wissen vieler ungehlerten". Zu seiner Zeit glaubte das Volk noch, dass sich das Universum und die Sonne um die Erde drehen (weil die Kirche das sagte). Aber er wusste es besser und das es andersum war. Daher sollte ich nicht über Dinge abstimmen, von denen ich zu wenig verstehe.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Diese Stimm-Abstinenz muss für die (meisten) Politiker(innen) eine "Wohltat" sein! Mit tiefen Stimmbeteiligungen werden die "oft "volksfremden" Karrieren- PolitikerInnen zu reinen Egoisten, die sich auf den "Weltbühnen" viel wohler fühlen, als bei uns als gewählter "Volksvertreter" die Sorgen und Probleme der eigenen Bevölkerung wahr zu nehmen und Abhilfe zu schaffen! Dieser Bericht ist für mich als "alter Grufti", der nie einer Abstimmung fern blieb, ein richtiger Politschock!
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