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Rehmann Martina (23): «Ich wurde aus einem brennenden Auto geborgen»

Ein Ausflug im Europapark endet auf der Intensivstation. Martina erlebt auf der Autobahn eine Horrorsituation, denn ihr Freund verliert die Kontrolle über das Auto – und rast mit 150km/h in einen LkW.

Martina* verbringt einen schönen Tag mit ihrem Freund im Europapark. Auf der Rückreise kommt es zur Katastrophe: Einige Funktionen des Autos steigen plötzlich aus. Ihr Freund versucht zu bremsen, aber diese versagen. Das Auto wird immer schneller, rast mit 150 km/h über die Autobahn. Vor ihnen fährt ein LKW Der Fahrer begreift, dass etwas nicht in Ordnung ist und drückt in einem selbstlosen Akt auf die Bremse. Martina bekommt den Aufprall nicht mehr mit, da sie kurz vor der Kollision das Bewusstsein verliert.

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Nach dem Unfall ist ihr Freund nur leicht verletzt, doch Martina muss aus dem brennenden Auto geborgen werden. Als sie zu sich kommt, liegt sie auf einer Wiese, um sie herum sind Menschen. Sie versteht das Theater nicht und will nachhause. Doch dann sieht sie das heruntergebrannte Auto mit Totalschaden. Martina bemerkt, dass sie sich nicht bewegen kann. Panisch fragt sie die Leute um sich herum, ob sie jetzt sterben müsse. Sie hat Todesangst.

Schmerzen am ganzen Körper

Der Helikopter bringt sie in ein Universitätsspital, wo die Ärzte sie fragen, wo sie Schmerzen hat. Doch Martina kann keine genaue Antwort geben, denn sie hat überall Schmerzen. Die Ärzte werfen ihr vor, ihnen nicht weiterzuhelfen. Sie hat eine Lungenverletzung, diverse Frakturen, blutet. Egal welche Medikamente ihr verabreicht werden, Martina hat Schmerzen. Diese sind seit dem Unfall ihr ständiger Begleiter. Täglich kommt eine neue Diagnose dazu. Martina hat eine gebrochene Hand, ein gebrochenes Brustbein, gequetschte Rippen. Sie wird auf die Intensivstation verlegt, da es jederzeit zu einem Atemstillstand kommen kann.

Sick of Silence

In der Sendung Rehmann S.O.S erzählen junge, kranke Menschen ihre Lebensgeschichte. Nun geben wir Menschen eine Stimme, die anonym von ihrem Schicksal erzählen möchten.

In der Webserie erzählen die Schauspieler Anja Rüegg, Silvio Kretschmer und Giorgina Hämmerli solche Geschichten - genau so, wie uns diese erzählt wurden.

Martina hat Angst vor dem Tod. Albträume quälen sie. Sie träumt immer wieder vom Unfall, bei dem sie jedoch nicht geborgen wird, sondern im Auto verbrennt. Schliesslich bekommt sie psychologische Hilfe. Nachdem sich ihr Zustand langsam verbessert, muss sie ganz von vorne beginnen. Die 17-Jährige muss wieder laufen lernen. Lernen, wie man aufsteht, selber isst, sich wäscht. Ihre Verzweiflung löst Suizidgedanken aus. Dank der Unterstützung ihrer Familie und ihres Freuendes findet sie schliesslich aus ihrer hilflosen Situation.

Bis heute fährt Martina nicht gerne Auto. Die Verletzungen im Brustkorb sind immer noch spürbar und sie ist sportlich eingeschränkt. Martina findet es sehr wichtig, dass das Rasen thematisiert wird. Auch sie hat Freunde in ihrem Freundeskreis, die manchmal viel zu schnell unterwegs sind. «Warum soll man freiwillig sein Leben gefährden?»

*Name von der Redaktion geändert

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