Sebastian (23) leidet an einer chronischen Darmkrankheit

Sebastian Exl aus Zug leidet an Morbus Crohn. Die chronische Darmkrankheit hat sein unbeschwertes Leben kompliziert gemacht. Bei Rehmann erzählt der 23-Jährige von seinem Umgang mit der Krankheit und wünscht sich mehr Verständnis.

Das Leben von Sebastian hat sich seit seiner Diagnose drastisch verändert. Der Tätowierer hat durch seine Krankheit seinen Job verloren. Diesen Traum musste er, zumindest vorübergehend, zur Seite legen. Die Auswirkungen seiner Krankheit auf seinen Alltag sind aber weitaus grösser.

Morbus Crohn

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S.O.S. – Sick of Silence

S.O.S. – Sick of Silence

Wie sieht das Leben junger Menschen aus, nachdem es durch eine chronische Krankheit ausgebremst wurde? Robin Rehmann leidet selbst an einer chronischen Krankheit und unterhält sich in seiner Sendung mit Betroffenen.

Jeden Dienstag, 18-19 Uhr bei SRF Virus oder hier als Podcast.

Beim Morbus Crohn (MC) kommt es zu Entzündungen und Geschwüren an der Darmschleimhaut und zu Einlagerungen in der Darmwand. Die Entzündungen können sich auf den gesamten Verdauungstrakt und auf prinzipiell alle Organsysteme ausdehnen. Meistens sind der letzte Abschnitt des Dünndarms und der Dickdarm betroffen, seltener die Speiseröhre. Die Krankheit äussert sich bei Sebastian in Schüben, in denen er (z.T. blutigen) Durchfall hat, erbrechen muss, an starken Schmerzen leidet und immer wieder ins Krankenhaus muss.

Jede Alltagssituation kann zum Horror werden

Sebastian hat gelernt, mit den Symptomen seiner Krankheit zu leben - trotzdem steht sie ihm immer wieder im Weg: «Ich wünschte mir, wieder mal ohne Hintergedanken ins Kino zu gehen. Es kann jederzeit passieren, dass ich in der Pause nach Hause muss, weil es einfach nicht geht.»

«  Ich sage immer, dass es mir gut geht - auch wenn es mir richtig beschissen geht. »

Sebastian Exl

Zudem ist es für Sebastian bis heute äusserst unangenehm, über seine Krankheit zu sprechen: «Man sieht mir die Krankheit nicht an. Alles spielt sich in mir ab. Wenn mich jemand fragt, ob es mir gut geht, sage ich immer ja - auch wenn es mir richtig beschissen geht».

Es sei oft das fehlende Verständis seines erweiterten Umfelds, das ihn störe. Die meisten Leute können sich nicht vorstellen, dass es bei ihm mehr als einfach Bauchschmerzen sind.

Wie geht es Sebastian heute?

Psychisch geht Sebastian heute viel besser. Nach der Sendung fühlte er sich von allen Seiten gestärkt und besser verstanden, vor allem von seinem Arbeitgeber. Für die Zukunft wünscht sich Sebastian, dass generell offener mit chronischen Krankheiten umgegangen wird. Denn nur dann können sie auch auf grössere Akzeptanz stossen.