Filmcheck Für «Risk» setzte die Regisseurin ihre Freiheit aufs Spiel

Die mutige Filmemacherin Laura Poitras begleitete WikiLeaks-Gründer Julian Assange und sein Team über sechs Jahre lang und setzte sich somit den gleichen Gefahren aus wie die Aktivisten. Entstanden ist eine Dokumentation die uns einen tiefen Einblick hinter die Enthüllungsplattform gewährt.

Um das geht's

«Ich bin kein normaler Mensch», sagt WikiLeaks-Gründer Julian Assange trocken als ihn Lady Gaga fragt, ob ihm nicht manchmal einfach zum Heulen zumute ist.

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Bildlegende: Ziemlich absurdes Bild Lady Gaga interviewt den Aktivisten Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. First Hand Films

Assange hat sein Leben in den Dienst der Plattform gestellt, die bekannt wurde für Enthüllungen von geheimen Kriegsdokumenten, aber auch E-Mails der Ex-US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Assange versteckt sich seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Zum einen, weil seine Aktivität hoch gefährlich ist, zum anderen aufgrund von zwei Sexualdelikten.

Ans Aufgeben denkt der weisshaarige Australier aber noch lange nicht. Trotz aller Gefahren setzen sich er und sein Team auch weiterhin für die Informationsfreiheit und gegen Machtmissbrauch von Regierungen und Unternehmen ein.

Das hat funktioniert

Die Gefahr, in der sich die WikiLeaks Aktivisten und auch die Filmemacherin selbst während der Dreharbeiten konstant befinden, wird im Film eindrücklich spürbar.

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Bildlegende: «Wir haben kein Problem. Sie haben eines.» Assange versucht Hillary Clinton vor einem Daten-Leak zu warnen. First Hand Films

Laura Poitras ist hautnah an den Aktivisten dran und ermöglicht so einen tiefen Einblick in die Denk- und Arbeitsweisen der Menschen hinter WikiLeaks. So sehen wir Julian sogar bei der Vorbereitung seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft.

Trotz der Nähe zu Assange wird der Aktivist nicht idealisiert. Immer wieder bekommen wir zu spüren, dass er auch eine ziemlich zwielichtige Gestalt ist.

Das hat nicht funktioniert

Die Aufnahmen verschiedener Ereignisse rund um WikiLeaks in sind teilweise lose aneinandergereiht. Dieser fragmentarische Stil macht es zeitweise schwer, dem Geschehen zu folgen.

Bei diesem Film muss ausserdem Backgroundwissen vorhanden sein. Denn wer nicht weiss, welche globalen Auswirkungen WikiLeaks hatte, wird vieles im Film nicht verstehen.

Fazit

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Die Fakten

Die Fakten

Regisseurin: Laura Poitras
Protagonisten: Julian Assange, Sarah Harrison, Jacob Appelbaum
Kinostart: 02.11.2017

«We steal secrets», «The Fifth Estate» – in den letzten Jahren wurden gleich mehrere Filme über WikiLeaks gedreht. «Risk» gewährt aber einen besonderen Blick hinter die Kulissen der Enthüllungsplattform und nimmt gelungen Bezug zu aktuellen politischen Themen.

Wer hofft, Julian Assanges menschliche, private Seite kennenzulernen, muss man jedoch enttäuschen. Nur selten sieht man seine kalte Fassade bröckeln.

Dieser Film ist für

Fans von politischen Dokumentarfilmen.

Die mutige Filmemacherin Laura Poitras ist bekannt dafür, in ihren investigativen Filmen politische und gesellschaftliche Missstände aufzudecken. Ihr Film «Citizen Four» gewann 2015 sogar einen Oscar.

Rating

3,5 von 5 Punkten.