«Team Foxcatcher»: Wahres Drama im Ringsport

Nachdem Netflix mit «Making a Murderer» riesige Erfolge feierte, liefert der Streamingdienst nun eine neue True Crime-Dok, und zwar «Team Foxcatcher». Die Dokumentation zeigt die Geschichte des Ringsport-Sponsors John E. du Pont und den Schultz Brüdern, die bei ihm unter Vertrag standen.

True Crime ist das Dok-Genre der Stunde. Netflix löste im Dezember 2015 mit der dokumentarischen Aufarbeitung der fragwürdigen Geschichte des verurteilten Mörders Stephen Avery in «Making a Murderer» einen richtigen Hype aus. Nun gibt's neuen True Crime Stoff mit dem Dok-Film «Team Foxcatcher».

Aber, Foxcatcher - hatten wir das nicht schon einmal? Stimmt! Erst letztes Jahr kam der Hollywood-Film «Foxcatcher» in die Schweizer Kinos. Der Film vereinte die Stars Channing Tatum, Mark Ruffalo und Steve Carrell, welche in der Verfilmung der Geschichte von John E. du Pont und den Schultz Brüdern mitspielten und dafür sogar Oscar-Nominierungen einheimsten.

Wie unterscheidet sich die Netflix-Doku zum der Spielfilm?

Inhaltlich unterscheiden sich Dokumentation und Spielfilm nicht gross, denn beide Filme fokussieren sich auf die immer grösser werdende Paranoia du Ponts. Das zentrale Thema bei beiden Filmen: wie es schlussendlich dazu kommen konnte, dass du Pont ein Team-Mitglied seines Wrestling-Clubs Foxcatcher umgebracht hat.

«Team Foxcatcher» zeigt nun diese schockierende Geschichte mit echtem Bild-Material. In der Dokumentation sind reale Home-Videos der Schultz-Familie zu sehen, welche die Wrestler beim Trainieren und beim privaten Zusammensein zeigen. Diese authentischen Bilder verleihen der ganzen Thematik eine zusätzliche Ebene und dürften vor allem für Fans des Spielfilmes interessant sein, welche diese Geschichte nicht via News in den 90ern mitbekommen haben.

Nicht perfekt, aber dennoch sehr spannend

Etwas fragend zurück lässt einen die Dokumentation aber in zwei Punkten:

1.) Zum einen spielt Mark Schultz, notabene Hauptfigur im Spielfilm «Foxcatcher», nur eine Nebenrolle. Gut möglich, dass dies jedoch mit dem 2. Kritikpunkt zusammenhängt.

2.) Die im Spielfilm angedeutete homosexuelle Beziehung zwischen Mark Schultz und John E. du Pont wird in der Dokumentation mit keinem Stück erwähnt.

Dies hinterlässt leider einen schalen Nachgeschmack, da man so auch nach 2 Filmen noch immer das Gefühl hat, die ganze Geschichte des «Foxcatcher»-Falles nicht komplett zu kennen. Spannend ist «Team Foxcatcher» aber allemal. Das verdient 3 von 5 Punkten.