Wir haben uns für dich die neue Netflix-Serie «Flaked» angeschaut

Will Arnett ist super. Netflix-Comedys sind meistens super. Schade also, ist die neue Netflix-Serie «Flaked» ein bisschen gar langweilig. Die ganze erste Staffel der Serie ist ab sofort streambar.

Will Arnett, der Mann mit den überteuerten Anzügen aus «Arrested Development» und die Stimme von «BoJack Horseman», hat eine neue Netflix-Serie.

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Bildlegende: «Perhaps you'd like some chicken?» Adam Rose/Netflix

In «Flaked» übernimmt Arnett die Rolle von Chip, einem Ex-Alkoholiker, der an einem neuen Ort (hier: Venice Beach bei Los Angeles) versucht, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen.

Im Verlaufe der acht halbstündigen Episoden treffen wir auf eine Dreiecksbeziehung, kurzweilige Dialoge und schöne Aufnahmen von Venice Beach, aber - um es gleich vorweg zu nehmen - im Grossen und Ganzen hat «Flaked» irgendwie nicht viel zu sagen und lässt einen dementsprechend achselzuckend zurück.

Zu viel Understatement, zu wenig Story

«Flaked» setzt derart fest auf Understatement, dass es einem fast schon so vorkommt, als ob Netflix mit der Produktion dieser Serie Will Arnett einfach einen Gefallen machen wollte.

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Bildlegende: Es ist sonnig in Venice Beach - darum trägt Will Arnett gerne Sonnenbrillen. Adam Rose/Netflix

Will Arnett wird für Netflix noch diesen Sommer wieder als BoJack Horseman in Erscheinung treten und Co-Autor Mitch Hurwitz bastelt derzeit an einer neuen Staffel «Arrested Development» - ebenfalls für Netflix. «Flaked» setzt auf einen kleinen Cast und verzichtet auf Special Effects, «Warum also nicht ein bisschen Kohle freischaufeln für Leute, mit denen wir sowieso schon gerne zusammenarbeiten?», könnte sich Netflix da gedacht haben.

Vielleicht kommt diese «Don't-care-ness» aber auch einfach davon, dass in letzter Zeit zahlreiche andere Serien aufgekommen sind, die das exakt gleiche Feld (selbstzerstörerische, depressive Enddreissiger kurz vor dem Burnout) am exakt gleichen Ort (Los Angeles) wesentlich erfolgreicher beackern (Stichwort: «Transparent», «Togetherness», «Love», «You're the Worst»).

Gehört nicht an die Spitze deiner Netflix-«Watchlist»

Dank der Produktion der beiden Dramaserien «House of Cards» und «Orange Is the New Black» wirbelt Netflix seit 2013 die TV-Landschaft durcheinander.

In letzter Zeit hatte der Streamingdienst aber vor allem mit seinen halbstündigen «Comedy»-Serien Volltreffer gelandet: mit «Master of None», «BoJack Horseman» und «Unbreakable Kimmy Schmidt» haben es gleich 3 Netflix-Comedys in unsere Liste der besten TV-Serien 2015 geschafft. Auch die vor drei Wochen gestartete Serie «Love» können wir nur wärmstens empfehlen («Fuller House» schweigen wir jetzt einfach mal tot).

«Flaked» ist leider weit davon entfernt, ein Volltreffer zu sein. Für einen gemütlichen Nachmittag an einem regnerischen Sonntag reicht es aber allemal. 6 von 10 Punkten.

Die ganze erste Staffel von «Flaked» läuft seit heute Freitag, 11. März auf Netflix.