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True Life «Ich verdiene mein Geld als Webcam-Girl und Pornodarstellerin»

Aviva Rocks ist alles andere als 0815: Sie verdient ihre Brötchen in der Erotikbranche und auch äusserlich eckt sie an. Doch genau das ist es, was die 28-Jährige erfüllt und ihr Spass macht. Bei «True Life» erzählt sie von ihrem Beruf, ihren Operationen und ihrem Mami.

Wer Fotos von Aviva sieht, als sie noch jünger war, wird sie nicht wiedererkennen: Damals ist sie sehr natürlich, hat kleine Brüste und ganz dunkle Haare. «Ich möchte nie mehr so aussehen», erzählt sie uns. Wir treffen sie in Spanien, ihrem neuen Zuhause. Die Lippen sind voll, die Nase korrigiert, die Falten inexistent und die Brüste massiv. Sie verrät: «Ich habe mittlerweile 1600g Silikon in beiden Brüsten.»

Aviva im Jahr 2012
Legende: Aviva im Jahr 2012 ZVG

Mami Gaby steht voll und ganz zu ihrer Tochter

Aviva lebt mit ihren Hunden in einem Haus an der Costa Blanca im Süden Spaniens, ihre Mutter etwa zehn Kilometer entfernt von ihr. Beide haben eine eigene Wohnung, verbringen aber viel Zeit miteinander. Wir treffen die beiden zum Zmorge. «Meine Mutter wusste von Anfang an, als was ich arbeite. Sex und Pornografie waren bei uns nie ein Tabu», erzählt uns Aviva. Sie erklärt ihrer Mutter Gaby, dass sie nachher noch putzen muss und dann senden werde. Was senden bedeutet, weiss ihre Mutter. Aviva wird sich stylen und dann im Livestream die Wünsche ihrer Kunden vor der Webcam erfüllen.

Ich bin sehr froh, dass meine Tochter einer Arbeit nachgeht, die ihr Spass macht.
Autor: GabyMutter von Aviva

«Es ist immer noch ein bisschen speziell, wenn mich Fremde fragen, was meine Tochter arbeitet», lacht Gaby. Wenn sie dann erklären würde, dass ihre Tochter Webcam-Girl und Pornodarstellerin sei, sei sie bis jetzt noch nie schlechten Reaktionen begegnet. Sie sei sehr froh, dass ihre Tochter einer Arbeit nachgehe, die ihr Spass bereite und nicht einfach das machen würde, was andere von ihr erwarten.

«Ich bin sehr dankbar, dass ich mit meiner Mutter immer so offen reden kann und nie Geheimnisse vor ihr haben musste», erzählt Aviva. Denn in der Branche hätte sie ganz andere Dinge erlebt. Viele müssten alles verheimlichen. Sie fügt an: «Ich schade ja niemandem mit meinem Beruf. Entweder man möchte es sich anschauen oder nicht.»

True Life

True Life

SRF gewährt einen vertieften Einblick in Leben und Alltag von «True Talk»-Persönlichkeiten. Im Fokus stehen die ganz persönlichen Geschichten der Menschen, die aufgrund bestimmter Eigenschaften, Vorlieben, Berufe und/oder Merkmale häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Hier findest alle Folgen von «True Life», Link öffnet in einem neuen Fenster.

Bikini, High Heels und ein Vibrator

Obwohl Aviva von aussen sehr künstlich aussieht, steckt in ihr so viel Natürlichkeit, dass wir uns alle eine Scheibe davon abschneiden könnten. So stört es sie zum Beispiel auch überhaupt nicht, den ganzen Tag zu wandern, dreckig zu werden und ungeschminkt mit ihren Hunden laufen zu gehen: «Ich bin gerne in der Natur und kleide mich dort auch dementsprechend.»

Ich mag es, wenn ich künstlich aussehe. Mir gefällt der Barbie-Look.

Und doch liebt es Aviva auch, wenn die Tussi in ihr durchkommt. Sie schminkt sich extrem fest, klebt sich Wimpern auf und malt sich ihre Lippen pink an. Sie steht auf den künstlichen Look und liebt es, wie eine Barbie auszusehen: extrem viel Plastik, extrem blond und extrem geschminkt. Dann zieht sie sich einen ultraknappen Bikini und Riesenhacken an, holt den Vibrator hervor, macht die Webcam an und zeigt uns, aus welcher Perspektive ihre Kunden sie sehen. Sie beginnt zu chatten, sich leicht zu berühren und wir verziehen uns.

Sexuelle Lust ist bei mir immer da. Aber das brauchst du, wenn du diesen Job machst.

Als sie fertig ist, sagt sie uns grinsend: «So, das war es für heute. Ich bin morgen wieder dran. Und übermorgen.» Sie sagt, dass ihr der Job richtig Spass bereite und dass man natürliche Geilheit und etwas Exhibitionistisches brauche, damit man vor der Webcam arbeiten kann. Bei ihr sei sexuelle Lust immer vorhanden. «Wenn jemand sagen würde, dass einmal Sex pro Monat reicht, dann wäre das sicherlich der falsche Beruf», lacht sie.

Das Streben nach noch mehr Plastik

«Ich bin nicht so für die Gesellschaft gemacht, weder wegen meines Berufs noch meiner Lebenseinstellung noch meines Aussehens», sagt Aviva. Wenn sie durch Menschenmassen läuft, fällt sie auf und Fremde möchten Fotos mit ihr machen. Nichts, das sie stört: «Ich stehe gerne im Mittelpunkt und geniesse die Aufmerksamkeit.» Und sind wir mal ehrlich, wenn man ihre Brüste sieht, kann man einfach nicht anders, als hinzuschauen.

Ich bin süchtig nach Schönheits-Operationen.

Jetzt, wo die Brüste so gross sind, richtet Aviva ihr Leben auch danach. Sie hat Strategien entwickelt, wie sie ihr nicht in den Weg kommen. Sei das beim Schuheanziehen, beim Essen oder beim Schlafen: «Das ist eigentlich völlig unnatürlich, aber ich will es so.» Für sie ist klar: An ihrem Körper soll nichts mehr natürlich aussehen. Und sobald sie wieder genug Geld hat, wird sie sich wieder unters Messer legen. «Ich bin süchtig danach, ganz klar. Aber mich macht es sehr glücklich, wenn ich mir von meinem eigenen Geld eine OP leisten kann.»

So wie früher möchte sie nie mehr aussehen. «Wenn ich alte Fotos anschaue, denke ich: Nein, so will ich nie mehr aussehen!» Sie habe sich nie wohlgefühlt in ihrer Haut. Und auch die Branche, in der sie arbeitet, möchte sie nicht wechseln. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben, wie es ist: «Am Anfang machte ich diesen Job, damit ich mehr Geld hatte, um mich zu verwirklichen. Jetzt hätte ich genug Geld, mich umschulen zu lassen. Aber ich möchte es nicht. Ein normales Leben mit einem normalen Job kommt für mich nicht in Frage. Ich hatte das alles und war nicht glücklich. Und jetzt bin ich glücklich!»

Aviva bei «True Talk»

In unserem Webformat «True Talk» räumt Aviva mit Vorurteilen gegenüber Pornodarstellerinnen und Webcam-Girls auf. Sind sie alle dumm? Lassen sich alle unters Messer legen? Und wie sieht es mit den Männern aus? Die Antworten gibt's im Video.

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