«Das Feld» von Robert Seethaler

Seit Wochen steht der Roman «Das Feld» des österreichischen Autors Robert Seethaler ganz oben auf den Bestsellerlisten. Dabei spielt er ganz unten, nämlich auf dem Friedhof.

Seit Wochen steht der Roman «Das Feld» des österreichischen Autors Robert Seethaler ganz oben auf den Bestsellerlisten.
Bildlegende: @ Urban Zintel

Kaum ein Buch wird derzeit so häufig gelesen und kontrovers diskutiert wie Robert Seethalers neuer Roman «Das Feld». Der Autor erzählt Episoden von Toten, die über ihr Leben oder über einzelne Momente darin nachdenken. Die Episoden sind in Ich-Form gehalten, und doch versucht Seethaler einen überindividuellen Ton zu finden. Ausgangspunkt ist ein alter Mann, der seine Tage auf einer Bank im Paulstädter Friedhof verbringt. Er glaubt, die Stimmen der Toten zu hören; viele von ihnen hat er zu Lebzeiten persönlich gekannt. Hinter allem steht die Frage im Mittelpunkt, was vom Leben bleibt.

Verschiedene Bestsellerautoren haben in letzter Zeit in ihren Romanen Tote auftreten lassen. Zu nennen wären die US-Amerikaner Jesmyn Ward, die für ihr Südstaatenepos «Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt» den National Book Award erhielt. Oder George Saunders, der für seinen Roman «Lincoln im Bardo» mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Nun sorgt auch der Österreicher Robert Seethaler für Furore mit einem Buch, das aus der Perspektive von Verstorbenen erzählt.

Buchhinweis:
Robert Seethaler. Das Feld. Hanser Berlin, 2018.

Autor/in: Julian Schütt