«Desaster» von Sigrid Rausing

Tetra-Pak-Erbe Hans Rausing kommt auf einer Weltreise in Kontakt mit Heroin. Es ist der Anfang einer zerstörerischen Abhängigkeit. In «Desaster» erzählt seine Schwester Sigrid, wie diese Sucht die ganze Familie in eine Katastrophe stürzte. Und was es heisst, von Boulevardmedien verfolgt zu werden.

Portrait von Sigrid Rausing
Bildlegende: @Suki Dhanda / Observer New Review

Sigrid Rausing und ihre Geschwister verbrachten in Schweden eine unbeschwerte Kindheit, auch wenn sich ihre Situation von jener der Nachbarkinder stark unterschied: Ihr Grossvater hatte die erste sterile Verpackung für Milch erfunden und ihr Vater baute «Tetra-Pak» zum Weltkonzern aus.

Das machte die Familie interessant für Paparazzi. Vor allem, als Hans und seine Frau Eva – nach mehrjähriger Abstinenz – gemeinsam wieder in den Drogensumpf abglitten und dieser Rückfall für Eva tödlich endete.

«Desaster» ist die literarische Verarbeitung einer Co-Abhängigkeit: Sigrid Rausing thematisiert ihre Hilflosigkeit und Schuldgefühle; und legt sich selber Rechenschaft darüber ab, was dieses ständige Besorgtsein über Jahre mit ihr gemacht hat. Aber vor allem ist das Memoir ein Versuch, die eigene Familiengeschichte zurückzuerobern, nachdem sie von den Medien jahrelang verzerrt und polemisch dargestellt worden war.

Luzia Stettler hat Sigrid Rausing in London zum Gespräch getroffen.

Buchhinweis:
Sigrid Rausing. Desaster. Aus dem Englischen von Adelheid Zöfel. S. Fischer, 2018.

Autor/in: Luzia Stettler