Aargau, der unbekannte Weinkanton

Obwohl der Weinbau im Aargau eine lange Tradition hat, sind die Weine ausserhalb der Kantonsgrenzen kaum bekannt. Das müsste nicht sein.

Auch unterhalb des Aargauer Schloss Habsburg werden Weinreben angebaut.
Bildlegende: Auch unterhalb des Aargauer Schloss Habsburg werden Weinreben angebaut. Keystone

Seit der römischen Antike werden auf dem Gebiet des heutigen Kantons Aargau Reben kultiviert. Der Aargau liegt auf dem gleichen geographischen Breitengrad wie das Burgund. Um 1880 zählte er sogar zu den wichtigsten Weinbaukantonen der Schweiz: 2700 Hektar waren mit Reben bepflanzt. Das war damals mehr als im Wallis, dem heute grössten helvetischen Weinbaugebiet.

Heute werden in 70 Gemeinden noch rund 400 Hektar Rebland bewirtschaftet, gleich viel wie in der Bündner Herrschaft. Dabei steht der Blauburgunder mit 235 Hektaren klar im Vordergrund. Bei den weissen Sorten dominiert mit 107 Hektaren der Riesling-Sylvaner (Müller-Thurgau). In den letzten Jahren sind zudem zahlreiche Spezialitäten wie Chardonnay, Sauvignon blanc und Gewürztraminer dazugekommen.

Bleibt die Frage, weshalb die Aargauer Weine ausserhalb des Kantons kaum bekannt sind. Stimmt etwa die Qualität nicht? Die Antwort ist einfach und die Qualität hat nichts damit zu tun: Es ist einfach so, dass viele Aargauer Weinbaubetriebe klein sind und die Einwohner dieses ausgedehnten und bevölkerungsreichen Kantons die Produktion Jahr für Jahr selber trinkt.

Autor/in: Rudolf Trefzer, Moderation: Thomy Scherrer