Die anderen Nebbiolo-Weine aus dem Piemont

In dieser Jahreszeit steigt die Lust, kräftige Rotweine zu trinken. Bei Weinkennern hoch im Kurs stehen der Barolo und der Barbaresco aus dem Piemont. Beides Weine, die aus der noblen Traubensorte Nebbiolo gekeltert werden. Doch grossartige Nebbiolo-Weine gibt es auch im nördlichen Piemont.

Blick auf Reben und Dorf im Piemont.
Bildlegende: Dorf im Nordpiemont. Colourbox.

Noch vor hundert Jahren galt das Nordpiemont als das Nebbiolo-Anbaugebiet par excellence. Mit einer Rebfläche von rund 40'000 Hektaren (zum Vergleich: 2014 betrug die Rebfläche im gesamten Piemont 47'314 Hektaren) zählte die nordwestlich der Stadt Novara gelegene Hügelzone zu den grössten und renommiertesten Weinbaugebieten Italiens.

In der Nachkriegszeit geriet dann aber die Landwirtschaft unter Druck. Da sich in den Industriebetrieben in der Region oder in den nahegelegenen Städten Novara und Mailand wesentlich mehr Geld verdienen liess, wurden viele Rebberge seit Ende der 1950er-Jahre aufgegeben.

Die Nebbiolo-Weine, die in den Anbaugebieten der Dörfer Ghemme, Gattinara und Boca (um nur die drei bekannteren zu nennen) erzeugt werden, überzeugen mit ihrer finessenreichen, von soliden Tanninen gestützten Eleganz, ihrer sortentypischen Aromatik von rotbeerigen Früchten und floralen Noten (Rosen, Veilchen), ihrer Saftigkeit und ihrer Langlebigkeit.

Das sind wunderbare Weine für Nebbiolo-Fans und wahre Kenner, die im Meer der austauschbaren, marmeladigen Modeweine das Authentische und Eigenständige suchen.

Redaktion: Rudolf Trefzer