Edle Süssweine aus dem Wallis

Aus einer Vielzahl verschiedener Rebsorten werden im Wallis die unterschiedlichsten Weine erzeugt. Doch Kenner schätzen besonders die edelsüssen Weine, die unter der Charta «Grain Noble ConfindenCiel» in den Verkauf gelangen. Mit den grossen Süssweinen der Welt können diese durchaus mithalten.

Weisse Trauben an einem Rebstock.
Bildlegende: Die Charta schreibt vor, dass nur fünf weisse Rebsorten verwendet werden dürfen. Keystone

Nur wenige Weinfreunde wissen, dass man im Wallis auf der legendären Domaine du Mont dOr in Conthey bereits vor über hundert Jahren aus überreifen Johannisberg-Trauben Süssweine kelterte.

Auch wenn die Erzeugung von edelsüssen Weinen im Wallis nicht ohne Tradition ist, so ist diese doch in den Jahrzehnten blinder Massenproduktion im 20. Jahrhundert in Vergessenheit geraten.

Erst in den 1990er-Jahren haben ein paar Winzerinnen und Winzer einer neuen, qualitätsorientierten Generation diese alte Tradition wiederbelebt, indem sie 1996 die strenge Qualitätscharta «Grain Noble ConfidenCiel» aufgestellt haben.

Bis heute sind ihr über 30 Kellereien beigetreten.
Die Charta schreibt vor, dass nur die fünf weissen Rebsorten Amigne, Petite Arvine, Ermitage (Marsanne blanche), Johannisberg (Sylvaner) und Malvoisie (Pinot gris) verwendet werden dürfen. Die Stöcke müssen mindestens fünfzehn Jahre alt sein und in der besten Anbauzone liegen.

Die Unterzeichner verpflichten sich ferner, die Trauben am Stock überreif werden zu lassen (surmaturé sur souche) und auf die Verwendung technischer Hilfsmittel zu verzichten. Der Traubenmost muss mindestens 130° Oechsle aufweisen und ein Jahr in Holzfässern ausgebaut werden.

Ob ein Wein würdig ist, die Grain-Noble-Auszeichnung zu tragen, entscheidet eine interne Degustationskommission mit einer Blind-Verkostung aller erzeugten Gewächse eines Jahrgangs.

Redaktion: Rudolf Trefzer