Fasten-Serie, Teil 1: Heilfasten für Gesunde

Die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern ist bei den Christen traditionell die Fastenzeit. Ob gläubig oder nicht – besonders beliebt ist im Frühling das Heilfasten. Eine Ernährungsberaterin beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Fasten.

Dampfende Suppe.
Bildlegende: Wer fasten will, sollte schon vor dem Startschuss auf leichtere Kost umstellen. Colourbox

Beim Fasten soll der Körper entschlackt und der Geist gereinigt werden. «Fasten spielt sich auch im Kopf ab», sagt die Ernährungsberaterin Anita Gröli. Das Fasten soll man langsam angehen. Es empfiehlt sich, schon vor dem Startschuss auf leichtere Kost umzustellen, beispielsweise auf Suppen.

Begonnen wird das Fasten traditionell mit einem Einlauf oder mit Glaubersalz, einem abführenden in Wasser gelösten Salz. «Wer aufs Fasten schwört, entschlackt auf diese Weise», sagt Anita Gröli. Weder Glaubersalz noch der Einlauf seien aber ein Muss.

Dass der Körper überhaupt sogenannte «Schlacken» produziert, ist umstritten. «Der Körper macht beim Fasten aber eine Entleerung durch.» Die Nieren und die Atmung helfen ihm beispielsweise dabei. Das bekommt auch das Umfeld des Fastenden mit: Wer fastet, der riecht in dieser Phase nicht besonders gut.

Arbeiten und Fasten?

Anita Gröli hat selber auch schon gefastet. Sie empfiehlt, bewusst zu fasten und daneben nicht zu arbeiten. «Fürs Fasten sollte der Mensch einen Takt runterschalten. Am besten zieht man sich etwas zurück», sagt sie.

Warum nicht das Fasten aufs Wochenende hin planen? Oder sich ein paar Tage frei nehmen? «Fasten ist auch und vor allem eine spirituelle Erfahrung», sagt die Expertin. An den ersten beiden Tagen sei sie jeweils sehr motiviert, sagt sie. An Tag drei habe sie regelmässig Kopfschmerzen und dann stehe es mit ihrer Laune nicht zum Besten. Danach komme das «Fasten-High». «Da könnte ich Bäume ausreissen.»

Fasten als Diät?

Klar purzeln beim Fasten die Pfunde. Beim Fasten verliert der Körper pro Tag ungefähr 75 Gramm Muskelmasse und circa 160 Gramm Fett. Das klingt verlockend. «Aber schnell hat man die Pfunde wieder. Vielleicht sogar noch ein paar mehr». Gröli warnt vor dem bekannten Jojo-Effekt.

Begleitetes Fasten

Laut Gröli sollte man sich beim Fasten ärztlich begleiten lassen oder gemeinsam mit einer fachkundigen Person fasten. Fasten sei zudem nur etwas für Gesunde. Zum Beispiel Schwangere, stillende Mütter, Menschen mit einer Essstörung, Krebspatienten oder andere schwer chronisch Kranke sollten auf das Fasten verzichten.

In einer Woche beschäftigt sich die Kochsendung «À Point» mit dem Saftfasten.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Regula Zehnder