Gerichte und ihre Geschichte: Gulasch

Gulasch gilt als das Nationalgericht der Ungaren. Doch auch in vielen anderen Ländern hat sich dieses Schmorgericht zu einem beliebten Klassiker entwickelt. Davon zeugen die unzähligen Rezeptvarianten, die man in Europa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Kochbüchern findet.

Gulasch.
Bildlegende: Gulasch: Mutierte von einem suppenartigen Gericht zu einem variantenreichen Ragout. colourbox

Beim Gulasch handelt es sich um ein altes, traditionelles Gericht, das seine geschichtlichen Wurzeln in der nomadischen Lebensweise der antiken Magyaren hat. Es ist ein typisches Hirtengericht, das sich über die Jahrhunderte hinweg halten konnte und im 19. Jahrhundert dann zum ungarischen Nationalgericht wurde.

Wie bei den meisten einfachen Traditionsgerichten gibt es auch beim Gulasch kein Originalrezept. Fest steht aber, dass es sich beim Gulasch ursprünglich um ein suppenartiges Gericht aus geschmortem Rindfleisch handelt, das am ehesten dem entspricht, was wir heute als Gulaschsuppe bezeichnen.

Fest steht auch, dass der Paprika erst später dazukam, da es sich bei der Paprikaschote um eine Pflanzenart handelt, die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammt und erst seit dem Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Balkan als Ersatz für den teuren Pfeffer angebaut wird. Im Laufe des 19. Jahrhunderts fand das Gulasch auch ausserhalb Ungarns eine gewisse Verbreitung. Dabei wandelte sich das Gericht immer mehr von einer Suppe zu einem Ragout, dessen wachsende Popularität sich in den unzähligen Rezeptvarianten widerspiegelt.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Rudolf Trefzer