Kulinarische Bräuche an Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist traditionell unterteilt gewesen in eine vorweihnachtliche Buss- und Fastenzeit, die Adventszeit, sowie eine weihnachtliche Freuden- und Festzeit. Aus kulinarischer Sicht hat das geheissen, dass man nach vierzig mageren, fleischlosen Tagen wieder Fleisch essen durfte.

Berner Platte mit Dörrbohnen, Salzkartoffeln, Wurst, Rippli, Speck und Siedfleisch.
Bildlegende: Ein typisches Berner Gericht auch an Weihnachten: Dörrbohnen, Salzkartoffeln, Wurst, Rippli, Speck und Siedfleisch. Keystone

Das erklärt, weshalb am Heiligen Abend und am Weihnachtstag meistens Fleischgerichte aufgetischt werden und weshalb auch ausgiebig getafelt wird. Ansonsten gibt es aber in der Schweiz kein klassisches Weihnachtsgericht. Typische Weihnachtsessen gibt es höchstens in einzelnen Regionen.

  • In der französischsprachigen Schweiz sind Geflügelgerichte und passend dazu Foie gras besonders beliebt.
  • Typisch für das Tessin sind dagegen Tortellini oder Ravioli in Bouillon sowie der Kapaun. Ein Kapaun, auch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn.
  • In der Deutschschweiz gibt es ja nach Gebiet unterschiedliche Traditionen: Im Aargau sind Pastetli mit Milken ein klassisches Weihnachtsessen und im Bernbiet die Berner Platte mit verschiedenen Fleischarten, Dörrbohnen und/oder Sauerkraut und Kartoffeln.

Und heute? Laut einer Umfrage von Proviande aus dem Jahre 2012 ist das Fondue chinoise landesweit das beliebteste Weihnachtsgericht.

Redaktion: Rudolf Trefzer