Landjäger – Die Wurst mit dem seltsamen Namen

Wie der Cervelat und der Salsiz gehört auch der Landjäger zum kulinarischen Erbe der Schweiz. Ist er auch eine Schweizer Erfindung?

Ganz viele Landjäger sind an einer Leine aufgehängt.
Bildlegende: Landjäger werden 2011 vor dem Festumzug der traditionellen Sennenchilbi in Weggis aufgehängt.

Die Franzosen sagen dem Landjäger «Gendarme» und sie glauben, die Schweizer hätten die Rohwurst erfunden. Jedenfalls ist es im Larousse Gastronomique, dem über 1000 Seiten umfassenden Gastronomie-Wörterbuch aus Frankreich so vermerkt. Ob dem so ist, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit feststellen. In Süddeutschland und in Österreich gehört der Landjäger ebenfalls zu den traditionellen Wurstarten.

Wie die Rohwurst zu ihrem Namen kam

Es gibt mehrere Erklärungen, wie der Landjäger zu seinem Namen kam.

Die früher als Landjäger bezeichneten Landpolizisten wurden in Karikaturen oft als grossgewachsene, klapprig-dürre Figuren dargestellt, so dass sich die gedankliche Assoziation an die dünnen, langen Rohwürste aufdrängt.

Möglich ist auch ein sprachliche Verballhornung: Der Name «Landjäger» kann laut dem dem Schweizerdeutschen Wörterbuch Idiotikon, von der Dialektbezeichnung für Würste «lang tige» abgeleitet sein. «Tige» heisst hart, trocken. Aus «lang tige» soll dann die Bezeichnung «Landjäger» entstanden sein.

Redaktion: Rudolf Trefzer