Riesling-Sylvaner: Besser als sein Ruf

Riesling-Sylvaner heisst die weisse Traubensorte hierzulande. Man kennt sie aber auch unter dem Namen Müller-Thurgau oder Rivaner. Doch unabhängig vom Namen ist der Ruf der aus dieser Sorte gekelterten Weine ist nicht allzu gut. Zu Unrecht!

Der schlechte Ruf des Risling-Sylvaner stammt aus der Nachkriegszeit.
Bildlegende: Der schlechte Ruf des Risling-Sylvaner stammt aus der Nachkriegszeit. Colourbox

Auch wenn es sich bei der weissen Rebsorte Riesling-Sylvaner um die erfolgreichste Neuzüchtung der Welt handelt und sie heute rund um den Globus angebaut wird, ist es um ihren Ruf in der Weinliteratur nicht zum Besten bestellt.

Uninteressant, langweilig, austauschbar, flau - so oder noch vernichtender lauten die Adjektive des pauschalen Verdikts vieler Weinschreiber, was eine differenziertere Auseinandersetzung mit dieser weltweit immerhin auf rund 42000 Hektaren kultivierten Sorte überflüssig macht.

Doch wie bei jeder anderen Rebsorte sind auch die Riesling-Sylvaner-Weine das Resultat der ihnen beim Anbau und der Kelterung geschenkten Aufmerksamkeit und Sorgfalt der Winzer.

Und lange Zeit war es damit nicht zum Besten bestellt. So war der ertragsreiche, unprätentiöse Riesling-Sylvaner im Nachkriegsdeutschland oft Bestandteil billiger, süss-flauer Liebfrauenmilch-Weine und anderer minderwertiger Erzeugnisse.

In der Deutschschweiz ist der Riesling-Sylvaner noch immer der Spitzenreiter unter den weissen Varietäten. Und tatsächlich gibt es hier kaum einen Winzer, der nicht auch einen Riesling-Sylvaner im Sortiment hätte. Das gilt auch für die meisten Spitzenwinzer. Auch sie halten dem Riesling-Sylvaner die Treue und beweisen damit auf eindrückliche Weise, dass der respektvolle Umgang mit dieser Sorte finessenreiche, knackige Weine liefern kann, deren Aromenspektrum von floralen und kräuterartigen, über würzige bis hin zu mineralischen Noten reicht.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Rudolf Trefzer