Stierhoden - Trendige Delikatesse

Schon die Vorstellung, Stierhoden zu essen, stösst viele ab. Deshalb werden sie heute auch in kaum einem Restaurant mehr aufgetischt. Doch jetzt haben trendige Lokale sie als kulinarische Provokation wiederentdeckt.

Stier auf einer Wiese.
Bildlegende: Trendige Lokale haben Stierhoden als kulinarische Provokation wiederentdeckt. Colourbox

«Spanische Nierli», wie die Stierhoden bei uns genannt werden, gehörten einst zu den «normalen» Innereien-Spezialitäten. Besonders im Frühjahr wurden auf dem Land Hoden zubereitet, da man in dieser Zeit traditionell Lämmer und junge Stiere kastrierte.

Wie aber schmecken Stierhoden überhaupt? Ihre Konsistenz ist zart und weich, zarter als Pouletfleisch oder Nieren, und ein bisschen bissfester als Milken. Stierhoden kann man auf vielerlei Arten zubereiten: In Scheiben geschnitten und paniert oder die Scheiben anbraten und in einer Weisswein-Rahm-Sauce ziehen lassen.

Vom Schweizer Eat-Art-Künstler Bruno Spoerri, der für seine Gäste immer wieder mal Spanische Nierli zubereitet hat, stammt folgendes Rezept: Die Stierhoden in Scheiben schneiden. In etwas heisser Butter anbraten, mit Whisky flambieren. In einer vorher gemachten Rahm-Curry-Sauce mit Champignons und Spitzmorcheln die gebratenen Hodenscheiben fünf Minuten ziehen lassen. Dazu Reis, Nudeln oder Bratkartoffeln servieren.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Rudolf Trefzer