Weinland Schweiz: Das Waadtland

Mit einer Rebfläche von 3784 Hektaren ist das Waadtland das zweitgrösste Weinbaugebiet der Schweiz. Hier ist der Chasselas mit einem Flächenanteil von sechzig Prozent der unangefochtene König unter den Rebsorten.

UNESCO-Weltkulturerbe: Die Lauvaux-Weinterrasse am Genfersee.
Bildlegende: UNESCO-Weltkulturerbe: Die Lauvaux-Weinterrasse am Genfersee. Keystone

Wie nur wenige andere Rebsorten kann der Chasselas, der selbst nur sehr dezente primäre Eigenaromen aufweist, die Charakteristiken seines Herkunftsterroirs widerspiegeln.

Und da gibt es, wie eine Terroirstudie gezeigt hat, beträchtliche Unterschiede. Nicht weniger als 300 verschiedene Bodentypen kann man in den vier Waadtländer Weinbaugebieten La Côte, Lavaux, Chablais und dem nördlichen Waadtland (Bonvillars, Côtes-de-lOrbe und Vully) unterscheiden.

Diese Mannigfaltigkeit kommt auch in den zahlreichen subtilen Bukett- und Geschmacksnuancen der Waadtländer Chasselas-Weinen zum Ausdruck.

Gut Ding will Weile haben

Dazu kommt, dass Chasselas-Weine entgegen einem bis heute kolportierten Vorurteil je nach Herkunftsgebiet, Lage, Jahrgang und Produzent gut und würdevoll zu altern vermögen.

Dies gilt etwa für die Dézaley Grand Crus, die sich in ihrer Jugend meistens nicht von ihrer besten Seite zeigen, sondern erst nach einigen Jahren Flaschenreife. Dann nämlich, wenn die fruchtig-blumigen Primäraromen von mineralischen Noten überlagert werden und sich delikate Bienenwachs- und Nussaromen bemerkbar machen.

Pinoir noir liegt vorne

Neben dem Chasselas werden im Waadtland auch weisse Spezialitäten wie Chardonnay, Pinot gris, Sauvignon blanc und diverse andere erzeugt.

Bei den roten Rebsorten haben der Pinot noir (516 Hektaren) und der Gamay (452 Hektaren) die Nase vorn. Starken Zuwachs können die neuen Varietäten Gamaret (148 Hektaren) und Garanoir (120 Hektaren) verzeichnen, die meist nicht reinsortig, sondern in Assemblagen verwendet werden.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Rudolf Trefzer