Weshalb die Wähe auch «Tülle», «Flade» oder «Chueche» heisst

Als SRF 1-Foodredaktorin Maja Brunner - eine Zürcherin - in der Kochsendung «A Point» SRF 1-Moderator Reto Scherrer aus dem Thurgau erklären wollte, wie Sie eine Käse-Wähe macht, hatten die beiden ein Problem. Nein, kein kochtechnisches, sondern ein sprachliches.

Wääje, Flade, Chueche oder Tünne?.
Bildlegende: Die Wähe: Ein Gebäck, viele verschiedene Begriffe. SRF1

Sie sprach von «Wääe», er von «Tülle» und der Zuhörer aus dem Appenzell, der sich gerne mal eine Stück «Flade» genehmigt, verstand beim Zuhören möglicherweise zuerst mal nur Bahnhof.

Der Flachkuchen mit Belag trägt viele Namen

In der Tat, der «Flachkuchen mit Belag», wie das populäre Gebäck im oberkorrekten Fachjargon heisst, trägt viele Namen: Im Raum Basel nennt man den Flachkuchen «Wääja», im Thurgau «Tülle» oder «Tünnele», im Appenzellischen «Flade» und im Raum Bern, Solothurn oder Fribourg sagt man «Chueche».

Und in Zukunft?

Und wie hört sich das in der Zukunft an? Sagen wir - beinflusst vom Hochdeutschen «Kuchen» - statt «Wääja», «Tülle» oder«Flade» bald mal alle nur noch «Chueche»?

So schnell gehe das nicht, sagt SRF 1-Mundart-Redaktor André Perler. Im Moment sei eher der Zürichdeutsche Ausdruck «Wääe» im Vormarsch und zwar Richtung Aargau und Ostschweiz. Ob dann allerdings die Urur-Enkel von Moderator Reto Scherrer in ferner Zukunft nicht doch vor der Dominaz des Hochdeutschen kapitulieren und statt «Tülle» doch «Chueche» sagen werden, das will Mundart Experte André Perler nicht ganz ausschliessen.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Maja Brunner