Weshalb wir am 1. Mai Risotto essen

Auch wenn am «Tag der Arbeit» nicht das Essen im Vordergrund steht, so spielt es als kulturelles Rahmenprogramm gewissermassen doch eine wichtige Rolle. Von Risotto bis zum Cervelat ist vieles möglich.

Kulinarische Heimat der italienischen Arbeiter.
Bildlegende: Kulinarische Heimat der italienischen Arbeiter. Colourbox

Der «Tag der Arbeit» ist ein populäres Fest, ein Fest der Arbeiterbewegung. Und da darf das Essen durchaus währschaften Charakter haben. Wie an allen Volksfesten steht auch heute der Cervelat vom Grill hoch im Kurs. Dazu gibts scharfen Senf, ein Bürli und ein kaltes Bier!

Der Cervelat, der in der Schweiz in der heute bekannten Art seit Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt wird, war von Anfang an die klassische Arbeiterwurst. Denn Cervelats waren vergleichsweise günstig, und zudem praktisch. Man kann sie kalt oder gebraten essen, zum Znüni, zum Zmittag, zum Zvieri oder zum Znacht, gerade wies einem am besten passt.

Doch es muss ja nicht immer Cervelat sein. Der Tag der Arbeit ist auch ein Tag des kulinarischen Austausches. So bringt etwa der Risotto, den die italienischen Einwanderer einst aus Norditalien mitbrachten, den internationalen, kosmopolitischen Aspekt am Tag der Arbeit kulinarisch zum Ausdruck.

So wie die aus Italien Zugewanderten haben auch alle anderen aus näheren und ferneren Erdteilen zugewanderten Menschengruppen immer ihre Esskultur mitgebracht und dadurch dazu beigetragen, das ehemals eher bescheidene und eintönige helvetische Essensrepertoire auf verdienstvolle Weise zu erweitern und aufzupeppen. Daran darf und soll am Tag der Arbeit auch mal erinnert werden!

Autor/in: Rudolf Trefzer