Wildfleisch: Natürlich und gesund?

Das Reh im Wald bewegt sich frei und isst was es will. Sein Fleisch muss doch gesünder sein als Fleisch aus der Zucht, denkt der Laie. Doch so einfach ist es nicht: Fleisch lässt sich unter anderem in Eisengehalt und Fettzusammensetzung unterscheiden. Nicht immer zu Gunsten des Wilds.

Die dunkle Farbe des Fleisches zeigt's: da hat's viel Eisen drin.
Bildlegende: Die dunkle Farbe des Fleisches zeigt's: da hat's viel Eisen drin. colourbox.com

Eins kann vorneweg gesagt werden: Die ernährungsphysiologischen Unterschiede zwischen Wild- und Zuchtfleisch sind für uns als Konsumenten sehr gering. Doch wie überall in der Ernährung gibt es auch bei Wild- und Zuchtfleisch Vor- und Nachteile:

Vorteile Wildfleisch:

  • Wildtiere sind Marathonläufer, domestizierte Tiere sind hingegen eher Bodybuilder: Das Fleisch der ausdauernden Wildtiere enthält mehr Eisen als das Fleisch der Zuchttiere. Und Eisen ist gut für unsere Blutproduktion.
  • Wildtiere sind Pflanzenfresser, Zuchttiere erhalten häufig Kraftfutter: Das Fleisch von Pflanzenfressern enthält mehr Omega-3-Fettsäuren als Omega-6-Fettsäuren. Diese sind gut für unseren Stoffwechsel.

Vorteile Zuchtfleisch:

  • Domestizierte Tiere werden regelmässig kontrolliert und untersucht, wilde Tiere sind eher von Parasiten befallen: Fleisch ist in der Schweiz gut kontrolliert. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass Zuchtfleisch besser kontrolliert ist als Wildfleisch.
  • Domestizierte Tiere essen, womit wir sie füttern, wilde Tiere wählen ihr Futter selber: Und das kann natürlich auch einmal neben der Autobahn sein.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Brigitte Wenger