Wollen Sie wirklich GaultMillau-Testesser werden?

Als Testesser für den Schweizer Gastroführer GaultMillau unterwegs sein und sich im Sterne-Restaurant durch leckere Mehrgänger schlemmen. Ja, das wär doch was, mag sich manch eine oder einer denken. Nur, ganz so cool, wie viele meinen, ist der Job des Testessers womöglich nicht.

Gedeckter Tisch im Restaurant.
Bildlegende: Testessen in der Sternenküche - Kein Schoggi-Job! Colourbox

Urs Heller, Chefredaktor des Schweizer Gastro-Führers GaultMillau, jedenfalls sagt, dass es bei weitem nicht reiche, wenn ein Testesser nur gerne gut esse. Für den Job als Testesser müsse man ein Gericht einordnen, vergleichen und beschreiben können. Man müsse über einen entsprechenden Wortschatz verfügen und eine gute Schreibe haben.

Nur «geil» sagen, reicht nicht

Gerade Wortschatz und Vergleichsmöglichkeiten, sagt Urs Heller, fehlen bei vielen Möchtegerne-Testessern, die sich um Testaufträge bewerben. So reiche es schlicht und einfach nicht für eine Anstellung bei GaultMillau, wenn jemand nach dem 8-Gänger beim Sternekoch nur gerade resümiere: «Das war ein geiles Essen».

Kommt hinzu, dass man beim Testessen auch viel eher dick als reich wird. Gerade mal eine Pauschale von 350 Franken lässt GaultMillau pro Testessen springen. Diese muss dann fürs Essen und Trinken, für die Reisekosten und auch fürs Honorar reichen.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Maja Brunner