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Roland Lei «Ich wäre in der Schweiz heute nicht mehr resozialisierbar»

Roland Lei feiert mit seiner Partnerin Katja Geburtstag
Legende: Roland Lei feiert mit seiner Partnerin Katja Geburtstag SRF

Wieso Moskau?

«Reiner Zufall. Ich bin 1993 für ein Hotel-Projekt in Almaty, Kasachstan, angefragt worden. Ich sollte mit meiner Schweizer Firma den Rohbau erstellen, was wir auch taten. Da wir alle in der Firma weiter in Russland tätig sein wollten, habe ich einen nächsten Auftrag gesucht, und das war ein Bürogebäude im Zentrum von Moskau, direkt neben dem so genannten `Weissen Haus´. Und so bin ich ab 1995 in Moskau hängengeblieben.»

Was gefällt Ihnen hier?

«Beruflich ist es eine sehr grosse Herausforderung, in Russland tätig zu sein. Es ist aber auch spannend, weil ich nie im Leben solche Objekte für Grosskonzerne wie VW, Bosch, Lafarge-Holcim, Guardian oder Continental in der Schweiz hätte bauen können. Alles ist hier viel grösser und muss schneller ablaufen. Dieser Drive passt zu meinem Charakter und treibt mich auch an. Mir gefällt die Stadt Moskau sehr gut, eine Stadt die lebt, 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Hier wird es nie langweilig.

Ich liebe die krassen Gegensätze von kalt und warm. Der Winter in Moskau ist für mich um einiges schöner als in der Schweiz. Natürlich fehlen die Berge, die vermisse ich natürlich sehr. Aber in der Umgebung von Moskau gibt es viele Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen, im Wald, auf den Seen und Flüssen und vieles mehr.

Die Leute in Russland sind ganz anders, als es aus der Ferne den Schein erweckt. Man muss sie aber besser kennen und auch versuchen zu verstehen. Die Geschichte in Russland hat natürlich auch die Leute geprägt, und das dauert mindestens 2 Generationen, bis sich da Grundsätzliches ändert. Ich habe in Russland viele liebe Russen kennen gelernt, die zum Teil zu guten Freunden von mir geworden sind. Wir Europäer haben leider oft die Erwartung und Vorstellung, dass der Russe so sein sollte wie wir. Das ist eine Illusion und auch nicht unbedingt nötig.»

Was vermissen Sie?

«Meine Familie in der Schweiz. Die Zuverlässigkeit, die man in der Schweiz meistens noch findet. Die Berge, Skifahren und Snowboarden. Mehr aber auch nicht.»

Wie hat sich Ihre Sicht auf sich selbst verändert?

«Ich habe gelernt, etwas geduldiger zu sein. Ich bin offener für Neues geworden, auch gegenüber Menschen, die aus komplett anderen Kulturen kommen. Ich bin flexibler geworden und stärker, so dass ich wegen Problemen nicht gleich aus dem Gleichgewicht gerate. Ich kann heute viel besser unterscheiden, was grosse oder kleine Probleme sind und was wichtig ist und was unwichtig. Sowohl mein Berufsleben als auch das Privatleben sind viel strukturierter und organisierter geworden.»

Meine Lieblingsorte

Meine Datscha in Ryazan

Roland Leis Rückzugsort: Seine Datscha in  Ryazan
Legende: Roland Leis Rückzugsort: Seine Datscha in Ryazan SRF

Auf den Seen und Flüssen ausserhalb Moskaus

Roland Lei ist leidenschaftlich gerne auf dem Wasser unterwegs
Legende: Roland Lei ist leidenschaftlich gerne auf dem Wasser unterwegs SRF

Jassen mit Schweizer Freunden

Ein gemütlicher Jass unter Freunden auf dem Schiff «Chaika»
Legende: Ein gemütlicher Jass unter Freunden auf dem Schiff «Chaika» SRF

Irgendwo in Moskau schön Essen gehen

Roland Lei in einem seiner Lieblingsrestaurants dem «China-Club»
Legende: Roland Lei in einem seiner Lieblingsrestaurants dem «China-Club» SRF

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