Dran bleiben

Lokführerin Christina Engler, Autor Roger Rhyner, Pfeifenbauer Roman Peter und Insektenforscher/ Träger des Alternativen Nobelpreises Hans Rudolf Herren begrüsst Kurt Aeschbacher in der Labor-Bar.

Kurt Aeschbachers Gäste «bleiben dran», unermüdlich und passioniert - auch nach traumatischen Erlebnissen: Christina Englers Zug überfuhr zwei Menschen; das traurige Ereignis wird die Lokführerin ein Leben lang begleiten. Roger Rhyner traf einen Geissbock, der ihn auf eine Duft-Idee brachte, die zu Beginn niemand wollte. Roman Peter baut seit über dreissig Jahren edle, exklusive Tabakpfeifen. Und: Hans Rudolf Herren rettete dank einem Insekt über zwanzig Millionen Menschen vor dem Hungertod. Der international bekannte Insektenforscher und Träger des Welternährungspreises wurde kürzlich für sein engagiertes Schaffen als erster Schweizer mit dem Alternativen Nobelpreis und mit einem Swiss Award ausgezeichnet.

Beiträge

  • Roger Rhyner

    hatte einen guten Riecher, als er sich von einem stinkenden Geissbock inspirieren liess. «Diesen Duft müsste man für Kinder zwischen zwei Buchdeckel packen», sagte sich der kreative Glarner. Er liess sich Geissbock-Duftmuster mischen, erfand eine Geschichte und suchte einen Verlag. Die grossen Kinderbuchverlage winkten allerdings ab. Dennoch: Rhyner verfolgte seine Duftspur weiter und fand im Glarnerland einen altehrwürdigen Verlag, der sich auf das Experiment einliess. Und siehe da: Kaum auf dem Markt wurde der «Der stinkende Geissbock» zum Bestseller gekrönt.

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  • Christina Engler

    erinnert sich noch genau an die paar Sekunden in ihrem Leben, als ihr Zug zwei Menschen überfuhr. Die beiden traumatischen Ereignisse geschahen in einem Abstand von drei Monaten. Dank zahlreichen Gesprächen mit Berufskollegen und psychologischer Hilfe fand Christina Engler zurück in ihren Traumjob und fühlte sich auf der Schiene wieder sicher. Wut und grosse Trauer paaren sich mit dem Wissen, dass sie als Lokführerin für den Tod dieser Menschen keine Schuld trägt. Die schrecklichen Bilder verblassen zwar, die Ohnmacht jedoch bleibt.

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  • Roman Peter

    zählt zu den bekanntesten Pfeifenbauern und Tabakpfeifen-Restauratoren Europas. Und überhaupt: Er ist einer der letzten, die das Kunsthandwerk des Pfeifenbaus in der Schweiz beherrschen. Mit sicherer Hand zeichnet, fräst, feilt und poliert er edle, formschöne Unikate. Begonnen hat seine Passion schon in jungen Jahren, als er als Möbelschreiner und Restaurator aus Geldmangel selber Pfeifen baute. Heute kann er sich ein Leben ohne Pfeifen nicht mehr vorstellen. Tausende hat er schon gebaut, und da das Pfeifenrauchen ein Revival erfährt, wird er sicher noch weitere Tausende fertigen.

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  • Hans Rudolf Herren

    hat in den 1980er-Jahren eine Hungerskatastrophe verhindert, als in ganz Afrika das Grundnahrungsmittel Maniok von einer Schmierlaus bedroht war. Mit dem weltweit grössten Insekten-Kontrollprogramm rettete der Insektenforscher und Agrarwissenschaftler über zwanzig Millionen Menschen. Als erstem Schweizer wurde Herren für diese Pionierarbeit 1995 der Welternährungspreis überreicht. Mit dem Preisgeld gründete er die Stiftung Biovision, die nachhaltige ökologische Landwirtschaft fördert. Kürzlich wurde der 66Jährige für seinen Einsatz gegen Hunger und Armut mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.

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