Abstimmungs-Arena: Änderung Fortpflanzungsmedizin

Darf man Embryonen, die im Reagenzglas entstehen, auf Krankheiten untersuchen? Im Grundsatz hat das Stimmvolk der PID im Juni 2015 zugestimmt. Das neue Fortpflanzungsmedizin-Gesetz geht nun aber vielen zu weit: Sie wollen, dass die PID nur Paaren mit schweren Erbkrankheiten offen steht.

Aus Sicht der Befürworter des neuen Gesetzes ist es besser, den Embryo in der Petrischale zu untersuchen als im Bauch der werdenden Mutter. Für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch erhöhe die PID zudem die Chancen auf eine Schwangerschaft. Paare, die eine assistierte Fortpflanzung in Anspruch nähmen, hätten oft schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich – die nicht noch zusätzlich durch unnötige Hindernisse verlängert müsse.

Die Gegner des neuen Gesetzes jedoch finden, eine so breite Anwendung der Prä-Implantations-Diagnostik sei unzulässig: Die Gefahr drohe, dass Kinder mit Behinderungen bereits in der Petrischale „aussortiert“ würden. Menschen mit Behinderung und Kranke würden dadurch zusehends an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Ausserdem sehen sie in der neuen Medizin-Technik die Gefahr, dass künftig Kinder nach Mass und sogenannte Retterbabies gezeugt werden könnten.

Soll die PID erlaubt werden, da heute schon Tests im Mutterleib möglich sind und die Option auf Schwangerschaftsabbruch besteht? Oder wird hier Tür und Tor geöffnet für die Selektion zwischen wertem und unwertem Leben?

Bundesrat Alain Berset diskutiert mit weiteren Befürwortern und mit Gegnern über die Änderungen im Fortpflanzungsmedizin-Gesetz. Die Sendung moderiert Jonas Projer.

In der «Arena» als Befürworter der «Änderung Fortpflanzungsmedizin»:

In der «Arena» als Gegner der «Änderung Fortpflanzungsmedizin»:

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