Kampf um den Gotthard

Der Gotthard-Tunnel muss saniert werden. Damit der Nord-Süd-Verkehr während der Sanierung möglichst flüssig weiterrollt, will der Bundesrat eine zweite Röhre bauen. Für die Gegner ein Frontalangriff auf den Alpenschutz.

Zweimal lehnte das Schweizervolk den Bau einer zweiten Gotthardröhre ab. Nun nimmt der Bundesrat einen weiteren Anlauf. Er begründet das Projekt mit der Sanierung des bestehenden Tunnels. Dieser müsse für die Erneuerung jahrelang gesperrt werden. Eine zweite Röhre könnte die Sperre am Gotthard auf 140 Tage verkürzen. Zudem würden richtungsgetrennte Tunnels die Verkehrssicherheit erhöhen.

Um dem Alpenschutz-Artikel in der Bundesverfassung gerecht zu werden, sollen nach der Sanierung beide Röhren nur einspurig befahren werden. Dieser Zusicherung des Bundesrats schenken die Gegner einer zweiten Röhre keinen Glauben. Wegen der Staus vor dem Gotthard werde der Verkehr schon bald in beiden Richtungen zweispurig rollen. Eine zweite Röhre torpediere auch die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.

Braucht es eine zweite Röhre am Gotthard? Oder zielt dieser Plan am Volkswillen vorbei?

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