Vergoldete Bauern?

Die Schweiz spart – und das erfolgreich: bei den Ausgaben für Bildung, Entwicklungshilfe, selbst bei der Armee. Die Bauern aber blieben etwa in der Sparrunde vom letzten Dezember verschont. Ist das richtig, weil die Bauern zu unserer Tradition gehören? Oder müssten auch sie vermehrt Federn lassen?

Im Vergleich zu anderen OECD-Staaten zahlt die Schweiz überdurchschnittlich viel an das Einkommen ihrer Bauern. Diese bekommen Subventionen und Direktzahlungen, und verfügen auch sonst über zahlreiche Privilegien: So müssen sie die Mehrwertsteuer beim Verkauf eigener Produkte nicht berappen. Oder sie können beispielsweise den ganzen Mineralölsteuer-Zuschlag von 30 Rappen pro Liter Benzin oder Diesel vom Bund zurückfordern.

Brauchen die Bauern staatliche Unterstützung in diesem Umfang? Ja, sagen die Bauern: Die Schweizer Landwirtschaft sei ein zentraler Teil unserer Kultur. Zudem erbringe die Landwirtschaft mit der Nahrungsmittelproduktion und dem Landschaftsschutz wichtige Leistungen für die Schweiz.

Nein, sagen die Gegner: Zu viel staatliche Unterstützung verhindere Innovation und führe zu drastischen Verzerrungen des Marktes. Es sei an der Zeit, dass auch die Bauern beim Sparen mithelfen müssten.

Vergolden wir unsere Bauern? Oder braucht es die staatliche Unterstützung, um die Schweizer Bauern zu schützen?

Mario Grossniklaus begrüsst in der «Arena»:

  • Barbara Gysi, Vizepräsidentin SP, Nationalrätin SP/SG
  • Ruedi Noser, Ständerat FDP/ZH, Vorstand Economiesuisse
  • Markus Ritter, Nationalrat CVP/SG, Präsident Schweizer Bauernverband SBV
  • Werner Salzmann, Nationalrat SVP/BE, Präsident Schweiz. Verband für Landtechnik SVLT

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